Höhensprung-Einweisung
August 1998
Flugzeug:
Pink Skyvan. Dieses Flugzeug wurde mit 850 PS-Motoren ausgerüstet und wird, unter
Standardbedingungen, in 15 min.auf 4000 Meter und in 25 min.auf 6000 Meter steigen. Der
Flieger befördert bei Höhensprüngen max.17 Springer über 4000 m.
Höhe:
Ausstiegshöhe wird die Flugfläche 210 sein, welche mit einer Höhenmessereinstellung
von 1013 hPa 21.000 ft über Seehöhe liegt. In Klatovy entspricht das abhängig vom
aktuellen Luftdruck ca.6000 Meter über Grund. Variationen im täglichen Luftdruck können
die Ausstiegshöhe um einige Meter verändern.
Die Springer stellen ihre Höhenmesser am Boden auf Null und während des Fluges NICHT nach. In großen Höhen ist es normal Schwankungen von mehreren hundert Metern zwischen gängigen Fallschirmspringer-Höhenmessern zu beobachten. Springer sollten ihre Höhenmesser mit denen der anderen Springer vergleichen und sie nicht nach dem Höhenmesser des Fliegers stellen. Die Freifallzeit wird in etwa 1 min 40 sec betragen.
Sauerstoff System:
Sauerstoff und Fett vertragen sich nicht und sind eine gefährliche Kombination. Bedenke
das, wann immer Du mit reinem Sauerstoff arbeitest! Keine Fettcremen verwenden!
Der Flieger ist mit Sauerstoffauslässen für 20 Springer ausgerüstet und jeder Springer bekommt eine "continuous flow"-Maske. Die Maske ist, wenn Du sie erhältst, gereinigt und Du läßt sie vor dem Exit an ihrem Schlauch hängen.
Verfahren:
Verlange Deine Maske beim Manifestieren zum Höhensprung. Mit der Maske bekommst Du auch
den Schlauch, dieser hat auf einer Seite einen Kabelbinder (weißer Kunststoffring), diese
Seite wird am Flugzeug angesteckt, die andere kommt an die Maske.
Während des Steigfluges werden auch einige Springer auf 4000m springen. Diese sitzen in Flugrichtung gesehen auf der rechten Seite des Flugzeuges. Die mittlere und linke Reihe ist für Höhenspringer vorgesehen, da von dort die Schläuche bis zu den Auslässen entlang der linken oberen Kante des Flugzeuges reichen.
Beim Einsteigen suche den Anschluß, der Deinem Sitz am nächsten liegt und schließe Deine Maske an bevor Du Dich setzt. Aber bitte setze Dich hin!!
Der Steigflug bis auf 4000m verläuft normal, das Absetzen dort ebenso. Nachdem die Heckklappe wieder geschlossen ist, wird die Sauerstoffversorgung aufgedreht. Zu diesem Zeitpunkt hast Du Deinen Lederhelm oder Protect bereits sprungfertig aufgesetzt, ziehst den Gummi der Maske über den Helm und atmest normal aus der Maske. Die Maske soll halbwegs dicht gegen das Gesicht gehalten oder durch das Gummiband gezogen sein.
Bitte still sitzenbleiben, normal atmen und entspannen. Beobachte Dich und Deine Mitspringer auf Anzeichen von Sauerstoffmangel (Fingerkribbeln, blaue Fingernägel, blaue Lippen).
2 Minuten vor dem Exit gibt es ein Klingelzeichen. Du bleibst noch immer sitzen und entspannst Dich weiterhin. Entferne die Maske von Deinem Gesicht und lasse sie einfach fallen, sie bleibt am Schlauch hängen. Stelle Dich zum Exit auf und springe beim Grünen Licht. Die Zeit, die Du für das Entfernen der Maske benötigst, sind die 10 Sekunden, die das weiße Licht brennt.
Wir ersuchen Euch, in dieser Höhe keine komplizierten Exits durchzuführen, da Anstrengung und Bewegung Sauerstoff verbrauchen.
Wenn noch weitere Fragen auftauchen, wende Dich bitte an unsere Crew. Unser Anliegen ist es, daß Du einen sicheren und erfreulichen Sprung machst.
Physiologie:
Bitte lies die Zusatzinformationen ausführlich. Die Zeit, in der man ohne
zusätzlichen Sauerstoff klar denken kann, beträgt in 21.000 ft in etwa 8 Minuten. Wir
rechnen damit, daß die Springer ca.1 min 40 sec. ohne zusätzlichen Sauerstoff auskommen
müssen. Dies beruht auf der Annahme, daß vom Abnehmen der Maske bis zum Ausstieg weniger
als 1 min. und im Freifall bis auf 15.000 ft 40 sec. vergehen, wobei die Zeit in der man
bei klarem Verstand ist, nur ungenau zu bestimmen ist.
Somit bleibt ein Polster von etwa 6 min und 20 sec.
Es ist zu beachten, daß die Symptome für Hypoxia und Hyperventilation gleich sind, außer daß man bei Hyperventilation nicht blau wird.
HYPOXIA
Grund: Ein Mangel des Körpers mit Sauerstoffversorgung (z.B. Aufenthalt in großen Höhen oder schlechte Sauerstoffversorgung bei niederem Kabinendruck).
Effekt: Das zentrale Nervensystem, das Gehirn und andere Organe funktionieren nicht mehr einwandfrei.
Verstärkende Faktoren: Rauchen, Alkohol, Drogen (Antihistamine, Beruhigungsmittel, Sedativa und Analgesics inbegriffen), Anämien, Kohlenmonoxyd, Müdigkeit und Angst.
Alles in allem - ist es unmöglich vorherzusehen wann oder wo Hypoxia während eines bestimmten Fluges auftreten wird oder wie sie sich äußert, besonders wenn sie allmählich beginnt.
Symptome:
Erhöhtes Wohlbefinden (Euphorie) oder Aggressivität
Beschleunigte Atmung
Verlangsamte Reaktionen
Beeinträchtigtes Denkvermögen
Ungewöhnliche Müdigkeit
Dumpfe Kopfschmerzen
Warme oder prickelnde Empfindungen
Schwitzen
Ausfall oder Verminderung des Sehvermögens
Blaue Verfärbung der Fingernägel und Lippen
Bemerkung: Die Symptome treten langsam aber stetig steigend auf, heimtückisch im Ansatz und zumeist auf Höhen über 10.000 ft beschränkt. Diese Symptome sind an sich selbst kaum zu bemerken, auch wenn sie schon sehr ausgeprägt vorhanden sind. Daher: Gegenseitige Beobachtung !!
Höhe und Verhalten:
Die Verhaltensweise kann sich in einer Höhe von 15.000 ft innerhalb von 15 min.
gravierend verschlechtern. Nachtsicht kann bereits in 5.000 ft beeinträchtigt sein.
Starke Raucher können schon in geringeren Höhen Hypoxiasymptome feststellen.
Höhe und Sauerstoffsättigung im Blut ohne zusätzliche Sauerstoffzufuhr
In Seehöhe - ca. 95 bis 98%, in 10.000 ft - ca. 90%; kann es sein, daß Symptome von Sauerstoffarmut im Blut auftreten.
14.000 ft - ca. 84%, Denken, Gedächtnis und Urteilsvermögen beginnen beeinträchtigt zu werden. Das Gesichtsfeld ist eingeschränkt und die Hände können zu zittern beginnen.
16.000 ft - ca. 77%; es kann sein, daß man nicht mehr in der Lage ist, das Flugzeug zu steuern. Man kann sogar das Bewußtsein verlieren.
18.000 ft - Man kann innerhalb von 15 bis 30 min.das Bewußtsein verlieren.
Über 18.000 ft - Anzeichen von Hypoxia werden verzeichnet. Es verbleibt ein Handlungsspielraum von ca. 10 min. in 20.000 ft bis zu 15 sec.in 40.000 ft.
Präventivmaßnahmen:
Zusätzlicher Sauerstoff:
FAR 91.211 und auch Europäische Vorschriften fordern, daß im gewerblichen Flugverkehr:
Springen aus der Pink Skyvan * Tandemspringen und Fallschirmausbildung * Ballonfahren * Skystunts.com * e-mail an office@pink.at
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