freefly
Headdown und Freeflying!
Nachdem Rudi Al Albrecht in der letzten PINK NEWS so treffend
schilderte, wie es ihm und Thomas Lewetz in Eloy, Arizona, bei
ihren Sitzflug- und anderen Übungen erging, möchte ich
die Gelegenheit ergreifen und all denen, die generell am Freeflying,
speziell dort am Headdown interessiert sind, ein paar Tips geben.
Zunächst - HEADDOWN, mit dem Kopf voran, ist nur EINE Variante
dessen, was die, die diese Hochgeschwindigkeitsform der Freifallfortbewegung
kreiert haben, Mister Olav Zipser und seine Kumpane nämlich,
was sie also eigentlich wollten: weg von der BAUCH-ZUR-ERDE-Fallerei
hin zum Spielen um alle Achsen. Unter weitgehenster Auslassung
eben der "Bauchfliege"-Parts... denn das können
ja angeblich schon alle.
Und hier sind wir bereits bei einem ganz entscheidenden Teil,
der sich auch in der gewählten Sprachform ausdrückt:
Olav Zipser weigert sich inzwischen konsequent, noch von "Freifall"
[Betonung auf -fall] zu sprechen; er, seine Instructoren und SchülerInnen
FLIEGEN. Sie fliegen weg vom Flugzeug, wenn sie den Exit meinen,
seinen Körper sieht Zipser in dem Moment alsFlugzeug. Was
sich im ersten Moment noch "spinnert" liest, ist aber
schon ein Teil der Lösung: wer den Freifall - pardon: Freiflug
[? na ja...] bereits von der ersten Sekunde an aktiv bestimmt,
wer den RELATIVEN WIND voll begriffen hat und weiß, wie
man ihn am besten für die kommenden 45 Sekunden nutzt, ist
dem Geheimnis schon dicht auf der Spur. Denn im Grunde genommen
ist es gar kein Geheimnis, sogar ich hab's begriffen, trotz meiner
fast 4.000 "Bauch-zur-Erde-Freifallsprünge - die einem,
das könnt ihr glauben, sogar massiv im Wege sein können.
Damit will ich sagen: die, die [z.B. nach der AFF-Ausbildung]
gleich mit FREEFLYING anfangen, tun sich oft wesentlich leichter
als unsereiner. Der Horizont und Boden verlieren ihre Bedeutung
als feste und ausschließliche Referenz.
Das FEDERBALL-PRINZIP.
Mit Hilfe eines einfachen Badminton- oder Federballes läßt
sich, wenn wir also kurz beim "Headdown" bleiben wollen,
sehr viel darstellen und erklären. Denn wirft man einen solchen
Federball in die Luft, so sieht man, wie er sich am höchsten
Punkt von alleine umdreht und mit dem schwereren Teil voran zur
Erde fällt, der Anziehungskraft gehorchend. Die [Plastik-]Federn
stabilisieren dabei den Ball. Will man es nun dem Federball gleichtun,
so sollte man also ganz einfach seinem Körper die Eigenschaften
geben, die man dazu braucht: einen Schwerpunkt und Stabilisatoren.
Letztere kann man mit gestreckten Beinen bilden. Klingt sehr einfach
- und ist es auch: man muß das nur wollen und möglichst
ideal vollstrecken. Hilfreich dabei sind Instructoren und/oder
Video! Doch dazu später.
ANALYSE, POSITIVES DENKEN und FUN.
Zipser schwört unter anderem auf Sprünge, Flüge - ach was, einigen wir uns auf "Dives"? mit geschlossenen Augen, dies besonders in der Exitphase. Nur so [na ja, jedenfalls besser] läßt sich der RELATIVE WIND spüren, man ist viel schneller "drin", mit dem Kopf voran; und das ist hier ja vorerst das erklärte Ziel! Außerdem: es ist extrem witzig, mal die Augen zu schließen, zumeist macht sich ein richtiges, offenes Lachen breit - und was gibt es schöneres als beim Skydive zu lachen?
Eine echte und 100% funktionierende "Betriebsanleitung für
HEADDOWN-Dives will und kann ich hier natürlich nicht geben.
Nur soviel: hat man mal versehentlich die ideale "Flugzeugkörper-Haltung"
aufgegeben und hat es einen deswegen "rausgehauen",
aus dem vertikalen Headdown-Dive, so sprechen viele Gründe
DAGEGEN, sich erstmal auf dem Bauch "auszuruhen"; statt
dessen sollte man, so schnell es geht, versuchen, wieder in die
"Kopf-voran-Position", den Headdown, zu gelangen. Am
einfachsten ist, man übt das sogleich mal in den nächsten
Sprüngen und "setzt sich hin", in die vielleicht
schon vertraute Chute-assis-Position. Von dort aus dann mit einem
einfachen seitlichen "Rad", dem sog. "Cartwheel",
ist es einfacher als man denkt, wieder mit der Nuß voran
in Richtung Erde zu drehen!
Cartwheel ist eine Lösung.
"Wieso Cartwheel?" höre ich welche fragen. Antwort: so kann man anfangs am besten andere Skydiver oder die Kamera im Auge behalten. Leite ich dieselbe Bewegung mit einem Rückwärtssalto ein, so sehe ich anschließend erstmal niemanden mehr. Logisch, oder? Außerdem ist die Sitzflug [Chute-assis] Position auch nicht gerade langsam, was die Fallrate angeht, und von daher wird der Geschwindigkeits-Unterschied nicht so groß.
Daher nimmt das "Rausfallen-üben" und das "Cartwheeling" bei Zipser's Truppe immer großen Raum ein. Und von daher wird man auch verstehen, warum Olav der Meinung ist, daß Einzelsprünge mit ihm als Instructor nicht sehr hilfreich sind; er geht davon aus, daß man schon so ca. 20 bis 30 Dives braucht, um zu begreifen "wie's geht" - und um richtigen Spaß zu haben! Er verkauft in aller Regel 50 Instructor-Dives, sie kosten 60,-US-Dollar das Stück. Klingt teuer, IST teuer - aber wenn man bedenkt, daß in diesen 60 "Bucks" beide Tickets enthalten sind, also das für SchülerIn und Olav himself UND Olav bei JEDEM Dive die [Digital-]Kamera dabei hat, dann relativiert sich auch diese Zahl wieder. Übrigens kriegt man am Ende der "Audienz" bei Fa. Zipser&Co. die Kassette gratis mit auf den Weg.
Ich jedenfalls kenne niemanden, der/die auch nur einen einzigen
Dive mit ihm bereut hat. Dieser Mensch ist zu jeder Zeit dort,
wo auch Du bist, egal, was Du gerade anstellst. Das ist einfach
unglaublich aber wahr. Und unmöglich, näher zu beschreiben
- deswegen lasse ich es hier auch bleiben. Eines jedenfalls ist
all denen gemeinsam, die nach solchen Dives in die Packhalle zum
anschließenden Video-Debrief kommen: dickes Lachen, BIG
SMILE - und noch etwas außer Atem: denn, wie schon erwähnt,
es "geht ganz schön ab", in 45 sec ca. ist man
in Öffnungshöhe, man wird sauschnell, unterwegs.
Üben zu zweit und Sicherheit.
Nun braucht man nicht unbedingt, das gebe ich zu, einen Freiflug-Guru zum Üben, und man muß auch nicht nötigerweise nach Arizona fliegen; ein Skydiver, der/die den "Stand-up" gut beherrscht und von diesem auch zu, daß Ihr vielleicht auch bei den kommenden Freeflight-Seminaren etwas Zeit habt! Aber auch davor und danach gibt es Rat und Tat.FREEEEFLIGHT IS ITT!!!