
SAFETY FIRST BEI EUREN ERSTEN FREEFLY-VERSUCHEN (II)
Gängige Fragen unter zwei Einzelspringern: "Und? Was machste?" Inzwischen
oft gehörte Antwort an dieser Stelle: "Headdown." Ein Blick auf das Outfit:
tatsächlich, keine RW-Kombi, sondern Trainingsanzug oder Jeans und Pulli, hin und wieder
sieht man auch Overalls, wie sie in Baumärkten erhältlich sind und sie die Monteure in
Werkstätten tragen...
Vorweg: Gratulation zum Entschluß, die "dritte Dimension" des Springens- oder
besser: des Fliegens, wie Olaf Zipser an solch einer Stelle immer sanft zu korrigieren
pflegt erfahren (erfliegen?) zu wollen! Es ist wirklich nicht einzusehen, warum man
am Boden bleiben soll, nur weil die Teampartner noch nicht da sind und was es sonst noch
für "Gründe" gibt. Einfach einen "Solo" machen, alleine gehen, sich
schon beim Exit auf den Kopf stellen, oder es wenigstens versuchen! Warten, bis einem die
Luft hammerhart anströmt und mit dem relativen Wind spielen! Das ist super, das ist
gigantisch aber eben auch nicht immer frei von Risiken. Das Thema ist leider
umfassend, um es hier komplett und mit einem Mal abzuhandeln. Auch Knut Krecker, deutscher
Freefly-Profi, langjähriger Filmer von unter anderem den FLYBOYZ und ein guter Bekannter
von mir, "dosiert" seine lesenswerten Tips (z.B. im Magazin BLUE SKY)
häppchenweise.
Nehmen wir uns hier also einfach die Kleidung für FREEFLYING vor. "Keine RW-Kombi,
sondern Trainingsanzug oder Jeans und Pulli" habe ich oben geschrieben. Was mir dazu
ganz spontan einfällt, ist die wichtige Frage: " Was tun wir eigentlich die wilden
Franzosen, mit Jeans und T-Shirts oder Pulli geh´n: Pulli usw. in die Jeans, Gürtel
drauf und festgezurrt.
Im Teil I (PINK NEWS 44) stand das OUTFIT im Mittelpunkt, ich hatte darauf hingewiesen, daß z.B. Pullis, die lose unter dem Gear getragen werden, evtl. eine Gefahr in dem Augenblick darstellen können, wenn sie sich durch die Luftanströmung über die Notgriffe legen. Besser ist es, solche Kleidung in die Hose zu verstauen; NOCH besser ist es, Kombis zu verwenden...
Hier im Teil II soll nun die Ausrüstung besprochen werden.
Die wesentlichsten Punkte, was Gurtzeug angeht: - wo ist das Handdeploy angebracht? Es
sollte am Boden des Containers (engl.: "B.O.C.") sein, keinesfalls am Beingurt.
Warum? Weil die Hilfsschirmverbindungsleine (engl.: Bridle) dadurch zu lang ist bzw. zu
lang frei verläuft, sie kann durch Unachtsamkeit anderer Springer oder durch Ecken und
Kanten im Flugzeug noch vom Klett freikommen; wenn das Klett ("Velcro") selbst
schon älter ist, kann die Bridle auch ohne Fremdeinwirkung im Freifall, nur durch die
Luftanströmung, freikommen. In jedem dieser Fälle kann das gelöste Bridle zu einer
vorzeitigen Schirmöffnung und/oder zu einer anschließenden Störung führen:
HORSESHOE-MALFUNCTION heißt das; auf Deutsch: HUFEISEN. Denn das Handdeploy ist ja bei
alledem noch in seiner Tasche! Daher: B.O.C. oder PULL-OUT-Systeme springen, als
Freeflyer. Aber auch ein gut verstauter Hilfsschirm nebst Verbindungsleine nutzt dann nix,
wenn z.B. der Packdruck des Hauptschirmes zu gering ist. Wer nur ungern packt und|oder
nicht über genügend Kraft beim Schließen des Containers verfügt, neigt vielleicht
dazu, z.B. den Loop zu verlängern. Doch dies kann dazu führen, daß vielleicht durch
bloßes Anlehnen irgendwo, oder durch Sich-Hinsetzen im Flieger der Pin aus dem Loop
fällt!! (Die gleiche Folge kann auch z.B. ein zu kleiner Schirm in einem zu großen
Container haben...) Also? Harte Packungen, kurze Loops, auch, wenn's schwerfällt. Und
warum nicht "oben", kurz vor`m Exit, es so machen "wie die Großen"?
Und nach einem "PIN-CHECK" fragen?
Eine andere wichtige Frage ist: bleibt das Gurtzeug, speziell bei harten Moves, wie sie
im FREEFLY vorkommen, schön geschlossen? Oder gehen z.B. die "Klappen" auf und
die Riser kommen ein Stück weit heraus? Oder gar die Steuerleinen?? Böse Fehlöffnungen,
Störungen in der Öffnung können die Folge sein. Das kann gefährlich werden.
Grundsätzlich sind Gears -bis heute!- nicht für FREEFLYERS konstruiert. Um also solche
Gefahrenpunkte zu minimieren: Gearchecks! Inspektionen! Geht zu Euren Riggern, fragt Eure
Freefly-KollegInnen um Rat! Ein häufiger Grund für Probleme beim FREEFLYING und der
daraus resultierenden
SPEED sind ausgeleierte Kletten (Velcros) am Gear; besser sind Steck- und
Klappverbindungen, wie sie nun zum Glück schon sehr viele Systeme haben, sie sind
weitestgehend wartungsfrei und funktional.
Was nun SCHIRME angeht, so muss man einfach fragen: wie sind die
Öffnungen?
Ansonsten sind andere Fragen oder Kriterien eher zweitrangig, es ist eigentlich
"wurscht", mit was Freeflyers springen und landen - es sollte nur angenehm
aufgehen, sauber fliegen und heil landen helfen (den COOLNESS-Faktor wollen wir hier
einfach mal außer Acht lassen...) Vielleicht nur noch soviel: verläßliche Schirme und
Schirmöffnungen machen Spaß! Unberechenbare Produkte, Öffnungen
"out-of-sequence" usw., trotz gleicher Packweise, können Freeflyers nicht
brauchen! In der letzten Folge: Gruppengrössen, Öffnungshöhen, Separation und
Exit-Orders.
PINK skies Free flig,Rolf Brombach, Instructor der PINK FREEFLY SCHOOL

Springen aus der Pink Skyvan * Tandemspringen und Fallschirmausbildung * Ballonfahren * Skystunts.com * e-mail an office@pink.at
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