1.PINK FREEFLY FESTIVAL IN KLATOVY
Das Prinzip war einfach und bei den Profis in Arizona abgeschaut: man sorge für genug
Video, Musik und gute Stimmung, lade viele bunte Freeflyers ein, hoffe auf gutes Wetter -
und fertig ist ein FREEFLY FESTIVAL.
Ganz so einfach war es nun doch nicht; zwar stand die PINK in Klatovy (nicht nur für die
Freeflyers) vom 25.Mai bis 1.Juni zur Verfügung, doch "der Rest" wollte schon
ein bißchen gründlicher durchdacht und geplant sein. Doch die drei Instructoren der PINK
FREEFLY SCHOOL, Christian "Wuzi"Wagner, Thommy Kleindienst und Rolf Brombach
teilten sich die Arbeit auf und so kam es, daß bereits am allerersten Tag ein paar
"Nordlichter" auftauchten und nach Coach- und Festivalsprüngen fragten. Bis zum
Wochenende waren es dann soviele "Headdowner", daß sie nicht mehr alle in eine
Skyvan paßten, am Wettkampf, der am Samstag stattfand, nahmen 6 Teams teil. Gemessen am
1.FREEFLY FESTIVAL in Eloy, wo man damals 50 Aktive verzeichnete, wirklich ein
erstklassiger Erfolg, zumal zur gleichen Zeit die Springer-Terminkalender noch viele
weitere Freefly-Ereignisse zu bieten hatten.
Internationale Gäste beim Festival
Das 1.PINK FREEFLY FESTIVAL hatte "Versuchsballon-Charakter" und war auch ein
"Low-budget-Unternehmen" der PINK FREEFLY SCHOOL, große Namen wie
"FLYBOYZ" usw.fehlten. Umso erstaunter waren die Organisatoren, daß es
schließlich doch nicht nur Deutsche und Österreicher waren, die die "4000 m+"
über Klatovy testeten, aus Belgien und Luxemburg waren Freeflyers und solche, die es noch
werden wollten, angereist. Marco Manna aus Ampuria Brava hielt ja zur gleichen Zeit ein
Seminar ab und machte infolgedessen auch munter beim "Kopfstehen" mit. Der
bunteste Vogel jedoch war zweifellos Wil aus den USA, er erfuhr in Eloy vom Festival in
Klatovy. Da er mit seiner Percussion-Truppe "Stomp" gerade in München
gastierte, war für ihn klar, daß er am Freefly-Treffen teilnahm, solange es sein
Zeitplan erlaubte (leider ließ sich Wil nicht zu einem meiner aus Eloy berühmten
"naked dives" überreden, er besitzt einige sehr interessante und individuelle
"Body-Piercings".

Große Höhen, Wassergräben, Wettkampfstimmung
Wem 4000 m nicht genug waren, konnte sich nach vorherigem gründlichen Briefing und mit
Sauerstoff versorgt auf echte 6000 m schwingen. Die Freeflyers schafften es zum Teil, den
Weg bis zur regulären Öffnungshöhe in 65 sec.zurückzulegen.

Der "Lewetz'sche Wassergraben" direkt vor dem Manifest sorgte dann zumeist für Anschluß-Unterhaltung, korrekter ausgedrückt: nicht der Graben war es, der Unterhaltungswert besaß, sondern die Springer, die nach Rickster-Powell-Vorbild und "Antigravity-like" das Wasser surften - oder es versuchten. Zum Glück ging alles recht glimpflich ab, nur ein paar blaue Flecken und recht nasse Klamotten zeugten davon, daß einige "Surfer" offenbar doch noch so ihre Koordinierungsprobleme hatten.

Höhepunkt des 1.PINK FREEFLY FESTIVALS war der Wettkampf am Samstag. 6 Teams, bestehend aus zwei Performern und einem Videoflyer, gingen drei Runden. Bewertet wurden Schwierigkeit, Ausführung und Kameraleistung. Das Neue am Bewertungssystem war, daß es nach Schulnoten ging: 1 war "sehr gut", 6 war "ungenügend".

Alle Teilnehmer versammelten sich "basisdemokratisch" nach Sunset vor dem Video und bewerteten alle Sprünge (nur nicht die eigenen) gemeinsam und offen! Das funktionierte ausgezeichnet und schnell und eindeutig. Nach einer halben Stunde stand das Team BUDWEIS (Sigi Schenk, Harald Erben, Video: Wuzi) als Gewinner fest. Der zweite Platz ging an SPEEDFLOWER (Birgit Graf, Martin Eiszner, Video: Thommy). Dritte wurden Uschi Wagner und "Doogie" mit Gregor Wolfrum als Videoflyer (Team-Name RITZ).
Die PINK-Betreiber ließen Freitickets für die ersten und Sekt für alle springen, außerdem gab es FREEFLY FESTIVAL- Sweaters und T-Shirts, die Firma CYPRES hatte ebenfalls Pullis und T-Shirts gestiftet und Egbert Robnik schenkte sogar einen EPSILON-Höhenwarner. Nach einhelliger Meinung aller verbleibt der "Piepser" bei der PINK FREEFLY SCHOOL. Springer, die noch keinen akustischen Höhenwarner haben, aber einmal Freefly probieren wollen, können ihn sich dort gratis ausleihen (wer sogleich davon Gebrauch machte, war Robin Lumsden, letztes Jahr noch AFF-Schüler und mit knapp 50 Sprüngen der jüngste Teilnehmer am Festival).
Videos, Musik und dicke Party
Normalerweise steht Klatovy samstags immer für Lagerfeuer und Country-Musik. Beim
Festival war das etwas anders: die Veranstalter hatten eine echte Disco bestellt und so
hämmerte das eine um das andere Mal "Dreamland" von Robert Miles über den
Sprungplatz. Ein wirklich sehr gut gemachtes und professionell geschnittenes Freefly-Video
von Sven Zimmermann (Experience I) lief so gut wie nonstop und die Stimmung war wirklich
super. Fest steht schon jetzt, daß dieses Festival eine zweite Auflage erhalten wird und
auch dann wieder wird - wenn die PINK SKYVAN beim Abheben ist, der Ruf durch den Flieger
schallen: "FREE FLY !!"



Text und Fotos: Rolf Brombach, Pink Freefly School
1. "Wuzi" Wagner (vorne) und Sigi Schenk
2. "Thommy" Kleindienst im Anflug an die Kamera
3. Die Sprung-jüngsten Wettkampf-Teilnehmer Richie Koscher und Robin Lumsden
(schwarz-weiße Kombi) bei einem Headdown-Exit ...
4. ... und im Verlauf des Wettkampf-Sprunges im gelinkten Sitfly. Robin hat exakt 47
Sprünge
5. Skysurf ist auch "Freefly", neuerdings macht der Begriff
"Freesurf", geprägt vom Team Arizona Pulse (Krecker/Furrer) die Runde. Und bunt
sind sie auch: Vizeweltmeister Dieter Ritter und "Eli" Hofmann am Boden ...
6. ... und beim Exit während des Freefly Festivals in Klatovy
8. ... in der Luft erfolgreich