Leserbriefe zur Exitreihenfolge

Leserbriefe zu PINK NEWS No.46, S.11, Exitreihenfolge


Nach einer größeren Anzahl von Sprüngen als freeflyer nach der ersten Gruppe (4er oder 8er) muß die Aussage auf S.11 bezweifelt werden: 10 sec.nach mir ist die Gruppe noch längst nicht weg. Der Durchschnittsvierer braucht von Grün bis Go 14 – 18 sec., der Achter 14 – 22 sec. Wenn die dann noch 2 – 4 sec.hinter den Erstspringern herschauen, kommen ganz andere Zahlen raus.
Vielleicht gibt es kein Patentrezept, aber out first kann noch sehr verfeinert und damit sicherer gemacht werden: Nach dem Exit auf dem Rücken quer oder bis max.45° zur Flugrichtung bis ca.3500 m tracken.
1.Es macht viel Spaß. 2.ist eine hervorragende Flug- und Orientierungsübung. 3.ist nicht so einfach.
Bei 3500 m in head down oder was auch immer. Alle nachfolgenden Gruppen öffnen außerhalb meiner Windachse, ich sehe die Öffnungen und kann sicher zum Platz fliegen.
Mit viel blue skies und angepeilten 1000 Sprüngen 1998, Dr.Hartmut Heinlein


Hallo Thomas, dear Bryan,

dieses email ist sowohl als Leserbrief als auch als direkte Antwort an Bryan Burke gedacht.

In der o.g. Ausgabe der Pink-News stellt Bryan Burke Betrachtungen zum Thema Exit-Reihenfolge an. Dabei berechnet er auch den Einfluss von Wind.
Demnach wird der der Freeflyer innerhalb seiner 45 s Freifallzeit 2000 ft abgetrieben, während der Achter aufgrund seiner längeren Freifallzeit von 70 s um 3000 ft abgetrieben wird. Bryan folgert daraus, dass sich der Achter und der Freeflyer dadurch annähern im Gegensatz zu einem Absprung bei Windstille. Dabei geht er von einer Windgeschwindigkeit von 30 mph aus, die in seinem Beispiel offensichtlich für den gesamten Höhenbereich von Absetzhöhe bis einschliesslich unterhalb der Oeffnungshöhe gilt. Bis der Achter aber die Höhe des Freeflyers erreicht hat, hat dieser aber dadurch auch schon 10 s + 25 s = 35 s am offenen Schirm gehangen und ist ebenfalls dem Wind ausgesetzt. Die Dauer von 10 s entspricht dabei dem ursprünglichen "Abstand" während des Exits. Die Dauer von 25 s (= 70 s - 45 s) bei 30 mph entspricht etwa einer Entfernung von 1000 ft. Das sind die 1000 ft, um die sich nach Bryans Berechnung der Achter und der Freeflyer horizontal annähern, doch tatsächlich bleibt der horizontale Abstand durch den Wind unbeeinflusst, eben weil der Freeflyer auch nach der Oeffnung dem Wind ausgesetzt bleibt.
Da ich mir nicht ganz sicher bin, dass die obige Erklärung leicht verständlich ist, möchte ich einen ganz anderen Erklärungsansatz machen: Wind ist im Idealfall eine Luftmasse, die sich mit gleichmässiger Geschwindigkeit horizonzal zum Boden bewegt. Man stelle sich vor, das aus dieser Luftmasse ein Teil in Form einer Box herausgeschnitten wird, zur vereinfachten Vorstellung z.B. mit den Ausmassen 5000m x 5000m x 5000m (in dieser Box könnte der gesamte Absprung stattfinden). Diese Box bewegt sich mit Windgeschwindigkeit relativ zum Boden (Einflüsse durch Bodenreibung werden an dieser Stelle nicht betrachtet). Innerhalb dieser Box finden nun die Absprünge des Freeflyer und des Achter statt. Zur Berechnung der Bewegungen der am Sprung beteiligten Objekte untereinander, d.h. Absetzflugzeug, Freeflyer und Achter, spielen lediglich deren Geschwindigkeiten relativ zu der Box eine Rolle, und diese sind exakt die gleichen wie bei einem Absprung bei Windstille. Die Geschwindigkeit der Box relativ zum Boden hat keinen Einfluss, da alle Objekte innerhalb der Box in gleichem Masse davon beeinflusst werden. D.h., dass die Abstände untereinander unverändert bleiben.
Dieser Ansatz geht von einer gleichmässigen Windgeschwindigkeit in dem gesamten Bereich von deutlich unterhalb der Oeffnungshöhe bis zur Absetzhöhe aus. Dies ist natürlich fast nie der Fall. Doch weitere Einflüsse durch eine über die Höhe veränderliche Windgeschwindigkeit treten genauso auf, wenn man von einer Windgeschwindigkeit am Boden von Null ausgeht. Auch dann kann man durchaus sehr unterschiedliche Windgeschwindigkeiten in verschiedenen Höhen vorfinden, aber das wisst Ihr als Ballonfahrer ja viel besser.
Bryans Betrachtungen für die Exit-Reihenfolge im Fall der Windstille stimme ich ansonsten zu, und diese Betrachtungen gelten gemäss obiger Erklärung genauso bei Wind.

Blue sky

Jörg Lutz, DFV 3670 Bern, Schweiz Tel./Fax +41 31 931 30 66 email: lutz@ptc.upu.org


Nach all den Diskussionen und Meinungsäußerungen möchte ich mit meinem Verständnis die Sache vereinfacht so zusammenfassen.

Bei Windstille, oder konstantem Wind zwischen Öffnungshöhe und der Höhe in welcher die Berechnungen aufhören – hier ca. 500 m über Grund, ist es tatsächlich so, daß die Separation der Springer untereinander bei der Öffnung, wenn sie sich gegenüber der Luft nicht vorwärtsbewegen (tracken, o.ä.), gleich dem Abstand beim Exit ist.

Meist geht in 4000 m mehr Wind als in 1000m. daraus ergibt sich daß wenn gegen den Wind angeflogen wird, sich der Abstand zwischen den Springern im Freifall vergrößert, wenn mit dem Wind angeflogen wird verkleinert er sich.

Ein zu beachtender Punkt ist auch, daß die Schnellfaller wenn sie vor den Relativern springen, bis zu 20 Sekunden vor den Relativern am Schirm hängen, und wenn sie diese 20 Sekunden unter die nächste Gruppe fahren, es zumindest zu gefährlichen Annäherungen zwischen den einzelnen Gruppen kommen kann.

Sinnvoll erscheint, am offenen Schirm nicht sofort Richtung Platz zu fahren, sondern bis die nächste Gruppe am Schirm hängt, quer zur Anflugrichtung zu fahren. Im Freifall ab 1500 m einen Blick nach unten, in die Tiefe zu riskieren gibt auch Aufschluß, ob gerade unter Dir eine Gruppe separiert, oder Schirme aufgehen, und ob es sich auszahlt, etwas höher zu öffnen, weil Du Dich weiter vom Platz entfernt befindest, als Dir lieb ist.

Wie immer, Augen auf im Freifall und am Schirm helfen auch viel.

Thomas Lewetz

   


[Pink Skyvan Home]  [terminkalender] [dropzones] [pinknews] [impressum] [kontakt] [email] [sitemap]
[Pink Skyvan] [Tandemspringen] [Fallschirmausbildung] [ Ballonfahren] [Skystunts.com] [
fallschirmspringer.at][kunstfliegen] [aircraft-service-klatovy][Skydiving english] [Parasutismus, czech]

Site Meter