Akustische Höhenwarner / Ein Vergleich
„Dytter“ werden auch heute oft noch umgangssprachlich in Springerkreisen allgemein alle gängigen akustischen Höhenwarner genannt, obwohl der Original-Dytter ein namens- und markengeschützter Artikel von Larsen&Brusgaard ist.
Beginnen wir gleich mit dem DYTTER:
Der DYTTER war und ist zwar nicht der allererste akustische Höhenwarner, der je entwickelt wurde, aber er ebnete doch als erstes so kompaktes, problemloses und robustes Höhenwarngerät den Weg für alle Folgeprodukte.
Der ursprüngliche DYTTER wird inzwischen schon nicht mehr gebaut, ist aber sehr wohl noch auf dem Markt. Er hat nur –1- Warnhöhe, die man mit einem mechanischen Stellrad wählen muss, die relativ schlecht lesbare Skala erlaubte dabei leicht Toleranzen von ca. 100m – was zwar im Freifall nur 2sec ausmacht, aber immerhin.
Der unschlagbare Vorteil des DYTTER ist, dass man nicht vergessen kann, ihn ein- oder auszuschalten, er „pfeift“ immer und überall, wenn er die eingestellte Höhe durchquert. (Leider auch auf der Heimfahrt im Auto, wenn es kräftige Steigungen oder Gefälle hat; sicher auch eine der Erklärungen, warum bei manchen Geräten die Batterien ewig halten, bei anderen dagegen nicht...)
Auch dem FLASHING DYTTER war bald das Aus beschert. Er kombinierte die eine Warnhöhe mit einer stark blinkenden LED-Anzeige, die mittels eines Kabels irgendwie vom DYTTER am Ohr -am Helm entlang oder durch ihn durch- auf die Brille montiert oder geklebt werden musste. Vorteil: man konnte den DYTTER vielleicht überhören, jetzt aber nicht mehr übersehen. Nachteil: Diese Fummelei, vor allem bei einem Brillenwechsel, brachte manchen Springer oft in Rage. Kabelbrüche bei Montage/Demontage gab es öfters. Ausserdem erhöhte sich der Batterieverbrauch durch die LED drastisch.
Das meines Wissens einzige noch aktuell erzeugte Gerät solcher einfachen, „mechanischen“ Bauart ist der MICROHAWK und der EPSILON, beide hergestellt von dem Österreicher Egbert ROBNIK – eben dem, der auch die „anderen“ Höhenmesser baut.
Auch sie bestechen durch ihre kleine, kompakte Form und unübertroffene Einfachheit in der Bedienung. „An“ und „Aus“ gibt’s nicht. Rauf und runter piept es, und zwar zur eingestellten Höhe. Vorteil: der Warnton ist einer der lauteren. Nachteil: auch der allerlauteste Ton kann überhört werden, wenn der Höhenwarner schlecht oder falsch angebracht wird. Wenigstens der MICROHAWK, als sehr kleines Gerät, kann in „zu großen“ Taschen der Lederkappe ver-rutschen und schon hört man ihn nicht mehr. Lösung: man fixiert diese Geräte mittels eines kräftigen Fadens am Helm oder Kapperl exakt auf Ohrhöhe.
MICROHWAK und EPSILON sind mit Abstand die preiswertesten Geräte und sicher völlig ausreichend für die Bedürfnisse von z.B. Videoleuten (RW) oder als „Zusatzsicherung“ für
AFF-Ausbildung.
Kurz darauf tauchten die ersten elektronischen Geräte auf, meist mit bis zu –3- Warnhöhen in unterschiedl. Tonfolgen und –lagen ausgestattet. Vorteil: sie arbeiten wesentlich präziser als alle bisherigen „Dytter“. Und ein Überhören ist eigentlich nicht mehr möglich, außer, sie sind falsch angebracht – oder einfach nicht eingeschaltet worden (es soll ja Skydiver geben, die immer erst als allerletzte zum Flieger geschossen kommen). Nachteil: alle brauchen wesentlich mehr Energie. Die einen mehr, die anderen noch mehr...
Zu der unvollständigen Aufzählung neuerer elektronischer akustischer Höhenwarner gehören:
SKYTRONIC:
Hergestellt von PARASPORT ITALIA. Gut verständliches Handbüchlein (Manual), kommt in vier Sprachen. Formschön; kleines, aber gut ablesbares Display. Passt oft wie angegossen in dafür vorgesehene Helme, ist dadurch besser zu hören. Einfach zu bedienen, fällt nach dem Sprungtag (nach 14Std.) automatisch ab (=Aus), muss morgens auf jeden Fall wieder eingeschaltet werden.
Einhelliger Ansicht akribisch penibler Skydiver zufolge sind die Angaben des SKYTRONIC jedoch nicht immer zu 100% glaubwürdig, dies trifft insbesondere auf gemessene Freifallzeiten zu. Weiterer Nachteil: hatte hin und wieder Batterie-Kontaktschwächen (betraf besonders auf die etwas älteren Geräte).
Stichwort „Batterien“: so gut wie alle Batterien für elektronische Höhenwarner, nicht nur für den SKYTRONIC, müssen über den Hersteller geordert werden und sind nicht billig.
SKYTRONIC PRO:
Nachfolgemodell. Hat –2- variable Warnhöhen, sowie einen Zeitablauf, der frei gewählt werden kann (z.B. Piepsen nach 15 Sekunden) und –1-festeingestellte Warnhöhe (unter 500m ertönt ein Dauerton, wenn die Sink- bzw. Fallgeschwindigkeit noch 30m/sec oder mehr beträgt). Kann in Meter oder Fuß eingestellt und abgelesen werden. Die wichtigsten Funktionen: speichert „gesamte Freifallzeit“ ebenso, wie „Anzahl der Sprünge“ und „letzte Absprunghöhe“.
PRO DYTTER:
Das elektronische Nachfolge-Modell des oben schon besprochenen „mechanischen“ Dytters von Larsen&Brusgaard, Dänemark. Sehr formschön und ergonomisch, kommt mit einer klugen Halterung, sodass das Gerät entweder präzise am oder auch im Helm oder der Kappe getragen werden kann; großes, übersichtliches Display, einfache „Zwei-Knopf-Bedienung“. Arbeitet sehr exakt und vollautomatisch, man kann eine, zwei oder alle drei Warnhöhen wählen.
Batterielebensdauer wird angegeben mit „1,5 Jahre oder 300 Sprünge“ bei „Automatic“-Betrieb, d.h. das Gerät ist immer eingeschaltet; anders als beim „Economize“-Betrieb, hier, so sagt das Manual, „entscheidet die Sprunghäufigkeit“.
PRO TRACK:
Zusammen mit dem PRO DYTTER der momentane „Liebling“ der Kundschaft, nicht zuletzt auch, weil viele Profis diese Geräte bevorzugen. Kann am meisten, ist aber auch am teuersten. Sieht fast aus wie der PRO DYTTER, ist auf ersten Blick lediglich an seinem „leeren“ großen Display zu erkennen. Wird ebenfalls von Larsen&Brusgaard gebaut, kommt mit einem wirklich großen und guten Handbuch. Zusammen mit „JUMP TRACK“, zusätzlicher SOFTWARE also, an Computer anschließ- und auswertbar. Wird mit –2- Zusatzbatterien geliefert.
Der PRO TRACK kann am Boden oder noch während des Steigfluges programmiert werden, funktioniert auch in niedriger Höhe verlässlich als optischer Höhenmesser und empfiehlt sich selbst als „B.A.S.E.-sprungtauglich“. Kann das „Sprungbuch“ vor- und rückwärts blättern, wirbt mit „klarer Unterscheidung der Warnhöhen“. Ist auf Wunsch abschaltbar, was die Batterie schont.
Für das Lesen des über 53seitigen Manuals und das entsprechende Einstellen-Üben braucht man anfangs wirklich Zeit und Ruhe. Mit Sicherheit kann der PRO TRACK für den „Normalo“ unter den Springern viel zu viel. Für Computerfreaks ist er inzwischen dagegen ein „MUSS“.
Schlussbemerkung:
Obwohl z.B. der PRO TRACK damit wirbt, ein „Ersatz“ für den optischen Höhenmesser sein zu können, rate ich allen Benutzern akustischer Höhenwarner, beides mitzunehmen. Und sich dennoch nie auf technische Hilfsmittel zu verlassen, weder auf den optischen, noch den akustischen Höhenmesser. Anzeigen können brechen, Batterien können leergehen. Und tun dies meist in dem Moment, wenn man es am wenigstens brauchen kann (Murphy’s law)
Wie pflegt der Betreiber eines rosaroten Flugzeuges irgendwo in Europa immer zu sagen? BENUTZE DEIN GEHIRN. Ich füge hinzu: UND DEINE AUGEN.
Preise gesehen in Eli´s Fallschirmshop :
EPSILON/MICROHAWK: 1.830,- ÖS (-1-EURO =13.76 ÖS)
SKYTRONIC : 2490,- ÖS
SKYTRONIC PRO : 2.840,- ÖS
PRO DYTTER : 2.470,- ÖS
PRO TRACK : 4.190,- ÖS
JUMP TRACK/(Software): 1.790,- ÖS
Alle Preise sind Endpreise ab Lager lt. derzeit gültiger Preisliste und beinhalten bereits Steuer (Österreich: 20%MWSt).
Eli
Eli´s Fallschirmshop
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