USPA Safety Check aus dem Parachutist März 2007
von Jim Crouch
aus dem Englischen von Uschi Iragorri
Mit der stetig steigenden Anzahl der Springer, die high-performance Kappen
fliegen sind die Lande-Flächen überfüllt wie nie zuvor. Sogar bei einer
Cessna-Load kann es zu Kappen-Kollisionen kommen. Je größer jedoch die
Absetzflugzeuge, desto chaotischer wird der Luftraum in dem die Endanflüge
durchgeführt werden.
Lande-Flächen für Fallschirmspringer werden nicht durch eine Flugleitung
geregelt, deshalb liegt es an jedem von uns vorausdenkend, geordnet und
vorhersehbar zu fliegen und zu landen.
Unsere Schirme sind Gleiter und somit ist unsere Zeit in der Luft limitiert.
Gerade deshalb müssen wir aber auch alles tun, damit diese Zeit so sicher wie
möglich ist. Und das wird durch die große Anzahl an verschiedenen Schirme,
Wing Loadings und Endanflüge eine immer größere Herausforderung. Seit 1999
starben alleine in den USA 18 Springer bei einer Kappenkollision und viele
andere wurden dabei schwer verletzt oder hatten einfach nur Glück zu
überleben. Die meisten dieser Kollisionen waren das Ergebnis von
unvorhersehbaren S-Drehungen (wie sie in manchen Schulen immer noch unterrichtet
werden!) in niedriger Höhe, aber zunehmend passieren Kollisionen aufgrund
high-performance Endanflügen (Hook Turns). Und wir müssen diesem Trend
entgegenwirken!
Alle Springer müssen aufmerksam sein und andere Springer respektieren. Jene
mit großen, langsamen Kappen haben genauso viel Recht auf den Luftraum wie
solche mit kleinen, schnellen Schirmen. Dennoch ist es, vor allem unter 300m
(1000ft), die Aufgabe jedes einzelnen eine Kappenkollision zu verhindern. Nur
weil du niemanden unter dir siehst heißt das nicht, dass du in Sicherheit bist.
Einige tödliche Kollisionen ereigneten sich als ein Springer mit einer
cross-braced Kappe einen high-performance Anflug begann und einen Springer unter
sich nicht sah, der seinen Endanflug im gleichen Luftraum geplant hatte.
Sicher zu stellen, dass der Luftraum frei ist heißt auch, jene Springer mit
einzukalkulieren, die eine Gefahr darstellen könnten, egal woher sie kommen.
Springer, Safety & Training Advisors und Sprungplatzbetreiber können
verschiedene Dinge tun, um den Himmel sicherer zu machen. Obwohl viele
Sprungplätze einen genauen Plan haben, wie der Endanflug zu gestalten ist, so
wird dieser oft nicht durchgesetzt.
Springer auf jedem Sprungplatz sollten:
*einen Endanflug planen, der für die gegebene räumliche Situation passt
*Schirmfahrt-Training für alle Erfahrungsstufen wahrnehmen
*Seminare, die zum Thema "Sicherheit am Schirm" abgehalten werden besuchen
*High-Performance und Standard Endanflüge räumlich trennen
*Unbelehrbare und gefährliche Springer aufklären und gegebenenfalls grounden
Geplante Landeanflüge und "Wartezonen" (von der Schirmöffnung bis
zur Landung) können die Schirmfahrt sicherer gestallten und regulieren. Es kann
ein Links-Hand-Anflug und ein Rechts-Hand-Anflug oder bei einer geteilten
Landezone beide Seiten festgelegt werden. Um einen Erfolg zu garantieren muss
der Absetzpunkt stimmen und jeder Springer muss kooperieren und sich an die
Regeln halten.
Schirmfahrt-Training für alle Erfahrungsstufen hilft dem Springer sich ein
gutes System anzueignen und auch beizubehalten. Zwei- oder Drei-Tages Kurse sind
für eine fundierte Basis angebracht. Auch regelmäßig abgehaltene
Kurz-Seminare zu verschiedenen Themen helfen um das Bewusstsein zu stärken.
Ein high-performance Anflug mit einer mehr als 90° Drehung passt nicht in die
Landezone für die herkömmlichen Landungen. Wie also können Sprungplätze alle
Lande-Typen unterbringen?
Eine Lösung kann eine separate Landezone für Swooper sein. Dort halten sich
dann weniger Schirme auf und die Swooper haben mehr Platz um ihre Anflüge und
Landungen durchzuführen.
Natürlich kann auch ein extra niedriger Anflug für Swooper durchgeführt
werden oder sie werden angehalten, hoch zu öffnen und als letzte zu landen.
Einen gefährlichen Springer mit seinem Verhalten zu konfrontieren ist nicht
immer die angenehmste Lösung. Oft ist dieser Springer mit anderen am Platz
befreundet und niemand will sich einmischen. Stillschweigen heißt aber auch,
dieses Verhalten zu akzeptieren und das kann im Endeffekt dazu führen, das
jemand verletzt wird. Professionelles Training mit einem Canopy Coach kann das
Problem lösen, den gefährlichen Springer zum Zuhören zu bewegen kann aber
schwierig sein. Viele sind aber bereit mit einem Coach zu trainieren und
verstehen schnell, dass dieses Training ihre Fähigkeiten verbessern wird.
Sollten Gespräche mit dem Springer keine Änderung bringen, so muss über eine
kurz- oder langfristige Lösung (Sprungverbot, o.ä.) nachgedacht werden um ihm
den Ernst der Lage klar zu machen.
Landungen mit 80 km/h und mehr brauchen eine genaue Planung und
ausgezeichnetes Können - geistig und körperlich. Schnell-fliegende Springer
haben nicht das Recht andere mit einer schnellen Drehung durch einen vollen
Luftraum zu gefährden.
Die Gefahr bei der Schirmfahrt kann durch gutes Training, gutes
Urteilsvermögen, einheitliche Einteilung des Landeanflugs, Kooperation zwischen
den Springern und letztendlich durch Zurechtweisung bzw. Sprungverbot für jene
die gefährlich bleiben verringert werden.
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