Aus 3 mach 5
Vor
einem Jahr hat das Projekt 5-Blatt Propeller für die PINK seinen Anfang
genommen. Als Wuzi und Ich bei Danish Aircraft Owners in Rosklide an unserem
Triebwerk geschraubt haben. Peter Pox, der Technische Leiter von DAO, erzählte
von einem 5 Blatt Propeller auf einer King Air, die mit Garrett Triebwerken wie
die PINK ausgerüstet ist. Wir werden hellhörig, das könnte eine Möglichkeit
sein die Skyvan endlich leiser zu machen.
Nach kurzer Suche im Internet stellte sich heraus, das McCauley diese
Propeller baut. Also haben wir mal erste vorsichtige Anfragen gestartet, was der
Prop den so kostet, wie schwer das Ding den sei, andere Technische Daten und ob
McCauley daran interessiert wäre welche für uns zu bauen.
Die ersten Antworten trudeln nach kurzer Zeit ein und sind auch sehr positiv!
Der Prop ist leichter als unser Standard 3 Blatt, er passt auf unser
Triebwerksmuster und man sei generell gewillt den auch mit uns zuzulassen, wenn
wir so 20 oder 30 Propeller kaufen wollen.
Zu diesem Zeitpunkt ging es dann auf die Sommer Tour 2003 und das Projekt ist
ein bisschen eingeschlafen. Mit Winter 2003 wurde das ganze allerdings wieder
brand Aktuell!
Haben wir doch auf einmal 4 mehr Flugzeuge. Die Propeller der Ghana Flieger sind
allerdings nur mehr für den Ferry Flug zu gebrauchen. Also müssen neue Props
her und wenn man schon neue kauft, dann aber richtig!
Mehrere e-mails an McCauley bleiben unbeantwortet, als wir telefonisch nachfragen wie der
Stand bei denen sei, stellt sich heraus, daß McCauley gerade den
Besitzer gewechselt hat. Dummerweise wurde nicht nur der Besitzer sondern auch
ein großer Teil des Entwicklungs Teams "ausgewechselt" und die Neuen sagen,
daß sie uns zwar gerne helfen würden, aber derzeit keine Kapazitäten frei
haben. Aha... also eben nicht.. ein anderer Hersteller muß her!
Hartzell der Hersteller unser originaler Propeller hat auch einen 5 Blatt, der ist aber zu
schwer und hat ein größeres Polar-Moment, das heißt man müsste erst
errechnen ob die Struktur der Triebwerksaufhängung das mitmacht. Das ist ein
großes NEIN wenn man nach Support von Shorts fragt. Die sind nicht daran
interessiert Änderungen an der Skyvan zu unterstützen, die bauen lieber Ihre
Learjet Teile. Also scheidet der Hartzell Prop aus.
Hoffmann Propeller in Rosenheim hat keine Propeller in der Größe, also bleibt
uns noch MT-Propeller in Straubing.
Dia Anfrage an MT kommt innerhalb eines Tages zurück. Ja, man hat ein
passendes Propellerdesign und man will uns das auch verkaufen. Das Gewicht und das
Polar Moment sind kleiner als des original 3 Blatts, daher sind die Belastungen
an der Struktur kleiner und man kommt ohne Neuberechnung aus. Die Austrocontrol
ist auch motiviert mit uns einen neuen Propeller zuzulassen, also gibt Thomas
von Tozeur aus das OK an MT mit der Konstruktion der Props zu starten.
Mitte März sind wir das erste mal bei MT mit der PINK. Performance Daten für
Vergleichszwecke erfliegen mit den original Propellern. Stall Speed, Minimum Control Speed,
Startstrecke und vieles mehr wird erflogen mit dem Fiat des Testleiters in der
PINK als Ballast. Wir wollen natürlich schon unsere Propeller sehen, die sind
allerdings noch in der Fertigung und wir werden stattdessen mit einer
Betriebsführung entschädigt.
Thomas und ich gehen mit Wolfgang Schwefl von MT durch die Fertigung, vorbei an
Holzpropellern, ungeduldig endlich in die Kunststoff Abteilung zu kommen, wir
wollen ja sehen wie unsere Propeller gebaut werden. Tja es bleibt beim Holz und
wir fragen einmal nach wie unsere denn gebaut werden und wo, und es stellt sich
heraus, daß die zukünftigen Propeller der PINK aus mit Glasfaser laminiertem
Holz sind ! Nicht einfach Holz natürlich... Natural Fiber Composit in gut neu Deutsch.
Das ist das Geheimnis warum der Prop auch so leicht ist. Thomas und ich sind
baff.
Am ersten Juni ist es dann soweit, die Propeller sind fertig gebaut und die
PINK fliegt um Acht Uhr früh von Klatovy einen kurzen Hüpfer über die Grenze
nach Straubing für die ersten Testflüge. 
Unser
erster Eindruck vom neuen Propeller ist, dass er einfach geil aussieht! Die
breiten sichelförmigen Blätter geben dem ganzen ein wuchtiges Aussehen, und
das der Durchmesser kleiner ist, sieht man erst im direkten Vergleich mit der
anderen Seite, wo für den ersten Flug noch der 3 Blatt installiert
bleibt.
Man operiert ja auch nicht gleichzeitig an beiden Augen...

Und
so steht sie dann vor uns die PINK... fertig für den ersten Testflug. Thomas
wird pilotieren und von MT-Propeller fliegt Josef Eberl der Chef Konstrukteur
mit.
Petr und ich stehen vor dem Flieger als Thomas das Triebwerk mit dem neuen
Propeller als erstes anlässt. Um den "Garrett Salut", mit beiden
Händen die Ohren zuhalten, kommt man auch mit dem neuen Prop nicht herum wenn
man direkt vor dem Triebwerk steht. Der Kompressor wird eben nie leiser werden.
Aber das Propeller Geräusch ist schon deutlich anders! Hochfrequenter durch die
zusätzlichen beiden Blätter und viel weniger dröhnend als der 3 Blatt. Dann startet das andere Triebwerk und es klingt wieder ein bisschen
mehr nach Skyvan..
Die PINK rollt auf die Piste und nach einem ersten flotten Taxi-Test setzt
Thomas Startleistung. Eben nur mehr halb nach Skyvan klingend fliegt sie nach
Norden ab.
Eine dreiviertel Stunde später setzt Thomas wieder auf und steigt grinsend aus.
Ein bisschen mulmig war Ihm schon beim ersten Versuch, aber es ist soweit alles
Ok und wir starten gleich mit der Installation vom nächsten Propeller.
Der Zweite Propeller ist komplett instrumentiert. Dehn-Messstreifen um die
Spannungen und Belastungen an der Blattwurzel zu messen, das Flattern der
Blattspitzen und vieles mehr. 30 Kanäle Telemetrie werden auf Band aufgezeichnet
inklusive Flughöhe, Drehzahlen und unseren Gespräch übers Intercom. Dutzende
Meter Kabel werden vom Triebwerk übers Dach in die Kabine verlegt, und die
Aufzeichnungsgeräte auf den Sitzen montiert.

Am nächsten Morgen regnet es erst mal. Die PINK steht derweil in der MT-Prop
Halle, wobei das einräumen eines Flugzeugs mit 20 Meter Spannweite in eine 15
Meter breite Halle eine andere Geschichte wert wäre..
Am späteren Vormittag klart es endlich auf (es regnet schon wärmer) und wir
können zum Testflug starten.
Sitzt man vorm Anlassen noch in der gewohnten Umgebung, ändert sich das
schlagartig wenn sich die Triebwerke drehen. Das ist dann ein ganz anderes
Flugzeug!
Wir fliegen das Test Programm erst mal leicht, in unterschiedlichen Höhen, bis
rauf auf 6500 Meter. Dann kommt der Fiat wieder in den Flieger und das ganze noch mal
aber schwer.
Danach kommen Schwingungstests wobei mit einem anderen Flugzeug am Boden von der
Seite und von schräg hinten in den laufenden Propeller geblasen wird. Dabei verbiegen sich
die Blätter auf beeindruckende weise!
Am Abend kommt die PINK wieder in die Halle, grade noch rechtzeitig vor
dem nächsten Regenguss. Jetzt muß der Instrumentierte Propeller auf die andere
Seite. Also Propeller von links nach rechts tauschen. Die Verkabelung wird auch
zur anderen Triebwerksgondel verlegt. Abends um 21:30 haben wir dann alle die
Nase voll und leisten uns erst mal ein Bierchen in Straubing.
Und
wieder Regen am dritten Tag. Diesmal aber so richtiger Dauerregen... wir sind
unschlüssig ob wir zurückbauen sollen oder doch noch warten das es besser
wird. Ein Blick auf die Wetterradar Seite im Internet lässt aber dann die
letzte Hoffnung buchstäblich ins Wasser fallen.
Die PINK muß spätestens um 15:00 nach Lachen-Speyerdorf abfliegen, drum die 5
Blatt runter und die 3 Blatt rauf.
3 Stunden später hebt die PINK dann nach Lachen ab. Und nach dem Wochenende geht's dann weiter mit dem neuen Propeller. Der richtig interessante Teil der Flugerprobung... Performance und Lärmmessung.
Der Lachen Speyerdorf Boogie läuft gut, trotz etwas durchwachsenem Wetter
sind viele Springer am Platz. Sonntags gehen noch 19 Loads und so geht's doch
erst Montag Morgen zurück nach Straubing.
Der Platz macht erst um 9:00 Uhr auf, und ich komme um 3 Minuten zu früh an...
Ob ich denn nicht ein bisschen langsamer fliegen kann, dann wird`s keine
Frühabfertigung kommt von Straubing INFO. Na dann eben etwas langsamer im
Anflug, geht ja mit der Skyvan. Thomas derweilen mit der Cessna aus Wien kommend hat ein
besseres Timing und ist nur eine Minute zu früh.
Sobald die beiden Flieger vor der Halle bei MT-Propeller geparkt sind fangen wir
auch schon wieder an das Werkzeug auszupacken und unsere Arbeitsbühne
aufzustellen.

Mit
Tatkräftiger Unterstützung des MT-Propeller Teams sind in null Komma
nichts die beiden Propeller abgebaut. Da uns ja in der Vorwoche die
Vergleichsmessung mit dem Instrumentierten Propeller auf der Linken Seite ins
Wasser gefallen ist, müssen wir das erst nachholen. Das heißt die ganze
Verkabelung der Telemetrie wieder zur Motorgondel verlegen. Außerdem muss
auch festgestellt werden, ob sich am Kühlluftdurchsatz durch die Motorgondel
nichts geändert hat, und ob nicht eventuell Triebwerkskomponenten ihre Maximal
Temperatur überschreiten. Zu diesem Zweck wird zusätzlich eine ganze Batterie
Temperaturfühler nebst dazugehörender Verkabelung über das Triebwerk
verteilt.
Das Wetter das wir uns für die ganze Saison wünschen würden ist endlich da,
und gegen Mittag wird die Arbeit am Flieger zunehmend schweißtreibender.
Am frühen Nachmittag ist dann endlich alles soweit, dass wir wieder fliegen
können. Das Test Programm ist ja mittlerweile nichts unbekanntes mehr,
und wird zügig abgeflogen. Bei so manchem Test Punkt, wie zum Beispiel
den Volllast - Schiebeflügen (Volles Seitenruder und mit dem Querruder die
Richtung halten) denken Thomas und ich dann doch öfter mal was wir
der armen PINK da alles zumuten... aber was tut man denn nicht alles zum Wohle
der Wissenschaft!
Der Fiat wird wieder eingeladen um die PINK auf ihr maximales
Abfluggewicht zu bringen und dann auch mit Parabeln und Schiebflügen
durchgeschüttelt. Wahrscheinlich ist das auch der erste Cinquecento(?) der es
auf 20.000 Fuß geschafft hat!
Schön wäre das gewesen wenn dabei auch alles geklappt hätte.. Aber Mr. Murphy
hat sich wohl einen festen Platz reserviert und die Aufzeichnung der Temperatur
Messung der Triebwerkskomponenten geht während des Steigfluges auf 20.000ft
über den Jordan. Der Laptop auf dem alle Daten gespeichert sind, auch die
bisherigen Flüge ist total im Eimer...
So wie es aussieht verträgt sich die Festplatte nicht mit großen Höhen. Mein
Laptop wird zum Telemtrie Rechner aufgerüstet und wir probieren es noch einmal.
Wieder Blue Screen ab einer bestimmten Höhe, aber meine Festplatte hält ein bisschen
mehr aus und er lässt sich wenigstens wieder starten und die Daten bis zum
Crash sind lesbar. Gott sei Dank haben wir auch noch das alte Bandgerät und die
Sicherungskopien der ersten Daten und so ist wenigstens nicht alles verloren.
Weitere Flüge werden auf den nächsten Tag verschoben, nachdem früher kein
Techniker von TEAC mit einem Ersatzgerät für die Telemetrie organisiert
werden kannte. Um das ganze Programm nicht stocken zu lassen und da wir ja mit
der Schwingungsmessung fertig sind, werden die Teile der Telemetrie abgebaut die
nicht mehr gebraucht werden. Dann kann auch der zweite Spinner (das ist das
spitze Ding das die Prop Nabe abdeckt... kein Pilot oder Dropzone
Betreiber) Installiert werden und damit ist das Flugzeug fertig für die
Performance- und Lärmmessflüge.
Der Tag neigt sich dem Ende zu und wir beschließen uns erst mal von Herrn
Mühlbauer dem Chef von MT auf ein Bier einladen zu lassen.

So steht die PINK dann Dienstag Morgens vor uns. Zum ersten Mal
komplett mit Spinnern auf beiden Seiten. Sobald der TEAC Techniker ankommt geht
es auch schon los. Startstrecken erfliegen und dann gleich weiter zum Steigflug
auf 20.000ft. München Radar ist höchst kooperativ und wir sind bald wieder
zurück um die anderen Performance Daten zu erfliegen. Stallspeed, Minimum
Control Speed, Single Engine Climb und vieles mehr stehen auf dem Programm.
Die Daten sind sehr vielversprechend, ergibt sich doch im Vergleich eine um eine
Minute bessere Steigzeit! Doch der wirklich Interessante Teil der Erprobung
steht uns noch bevor... die Lärmmessung.
Kurz nach Mittag wird die Lärmmesstrecke aufgebaut. Eine Kamera, um die
Überflughöhe zu bestimmen und die Seitliche Ablage und zwei Mikrofone für die
eigentliche Lärmmessung. Sechs gültige Überflüge sind notwendig. Gültig ist
der Überflug nur dann wenn der Messaufbau genau überflogen wird, also ohne
seitliche Ablage und genau in der richtigen Höhe von 386-392m.
Pilot Flying vom rechten Sitz aus ist Martin ein Testpilot von MT-Propeller, ich
mache ihm die Powersettings. Mit Funk wird vom Beobachter am Boden eingewiesen
und man sieht schnell, das die MT-Propeller Leute viel Erfahrung mit diesen
Lärmmessflügen haben. Nur sieben Überflüge später ist die Messung "im
Kasten". Thomas grinst, deutlich leiser sagt er. Die Messwerte bestätigen
die Aussage, 76 dB ergibt sich nach der Temperatur und Mach-Zahl Korrektur. Das
ist subjektiv der halbe Lärm!
Schweren Herzens bauen wir die 5 Blatt Props wieder ab und die
"alten Eisen" wieder auf. Es wird wieder spät bis wir fertig sind,
doch ein Bierchen muss sein zur Feier des Tages!
Mittwochs fliegen wir Vergleichsmessungen mit dem 3 Blatt, um die Performance
und Lärm-Daten zu verifizieren, bevor
wir den Flieger wieder in den Normalzustand versetzen. Pünktlich um 18:00
Uhr hebt die PINK dann Richtung Belgien ab.
Als nächstes und letztes steht die Resonanz-Schwingungsmessung auf dem Programm. Diese ist für Ende Juli terminisiert, da die Pink bis dahin restlos ausgebucht ist, und der Resonanzschwingungsmessungsguru sowieso keine Zeit hat. Negative Überraschungen dürfte es da keine mehr geben, da dieser Propeller mit dem Triebwerk das ja bereits auf der Aerocommander überstanden hat.
Die nächste Hürde ist wieder einmal das Papier. Nach dem alle technischen Angelegenheiten geklärt sind, und eigentlich der endgültigen Installation nichts mehr entgegensteht, muss noch das STC ausgestellt werden. Zeitbedarf der Behörde laut MT-Propeller: 4 - 6 Monate. Wir werden sehen, ob sich da ein österreichischer Weg findet, mit den leisen Props diese Zeit zu überbrücken.
Die Sommer Tour 2004 ist trotz des eher durchwachsenen Wetters
ein Erfolg, und so kommen wir am Mittwoch Abend mit Sack und Pack von
Varrelbusch aus in Straubing an. Petr, der mit dem Ballon Anhänger unterwegs
ist, um unser ganzes Gepäck und Equipment nach Klatovy zu fahren, bleibt leider
im Grenz-Verkehr stecken und so hat die Crew noch ein bisschen Zeit sich
Straubing anzusehen. Danach wird 1500kg Gepäck und Equipment umgeladen und
Uschi, Pablo, Steffi, Anni und Petr machen sich auf den Weg nach Klatovy um dort
alles auf den Start des Sommer Boogies vorzubereiten. Dominic und Finn bleiben
als Helfer mit mir in Straubing.
Am nächsten Morgen kommt die Pink dann erstmal wieder in die (kleine) Halle, ich hatte doch ein wenig Bedenken, ob wir ohne Thomas fachkundige Lenkung den Flieger ohne Blechschäden in die Halle bekommen würden, aber nach nur ca. 20 Minuten steht sie dann auch drinnen. Sofort beginnen wir die Propeller wieder auf 5 Blatt umzubauen. Gut in Übung, wie wir nach den letzten Monaten nun mal alle sind, ist das Flugzeug nach knapp 2 Stunden umgerüstet und fertig zum Aero-Elastischen Standschwingungsversuch.
Herr
Professor Nippal ist mit seiner Frau, die als seine Assistentin fungiert,
bereits fleißig am aufbauen Ihrer Versuchsanlage. Während wir noch den zweiten
Propeller montieren, beginnen sie schon die linke Triebwerksgondel zu
instrumentieren und den Schwingungs-Erreger aufzubauen. Mittels Unterdruck im
Kolben des Schwingungs-Erregers soll die Triebwerksgondel in Schwingung versetzt
werden, erst um die Querachse, also hoch- und runter und dann genau quer zur
Flugrichtung.
Ziel ist es festzustellen, wo die Eigenfrequenz der
Gondel-Triebwerks und Propeller Kombination liegt und ob die Eigenfrequenz in
der anderen Achse weit genug von der ersten entfernt ist. Sollte dies nicht so
sein, könnte die Gondel sich durch die Luftkräfte am Propeller angeregt
aufschwingen und es könnte theoretisch zu einem Struktur Versagen kommen.

Auf
die Frage, wenn denn die Frequenzen zu nahe zusammen liegen sollten was man denn
dann machen könnte, kommt ein lapidares "Na den Flügel steifer
bauen natürlich!" na toll denk ich mir..
Als Shorts damals die Skyvan gebaut hat, gab's diesen Versuch noch gar nicht,
und ich bin mir fast sicher das die Skyvan nie nachgemessen wurde... also ist
Spannung angesagt.
Aber erst mal passiert nichts drastisches. Langsam werden die verschiedenen
Frequenzbereiche durchfahren und Werte genommen. Wissenschaft braucht Zeit und
so vergehen ein paar Stunden. Am späteren Abend sitzen die MT Propeller Leute,
Professor Nippal und ich dann noch einmal versammelt an der Versuchsanlage und
er demonstriert und uns die Eigenfrequenz der Triebwerks Gondel.
Beeindruckend ! Der Ganze Flügel und damit der Flieger schwingen auf und ab..
gut oder nicht gut fragen sich alle.
Gut ! Denn die Eigenschwingung in der anderen Achse hat eine deutlich andere Frequenz und so kann man das gefürchtete Whoerl-Flattern praktisch ausschließen! Dem ganzen Team fällt ein Stein vom Herzen. Es ist bereits nach Acht Uhr abends und eigentlich wollen alle Feierabend machen, aber der Computer-Murphy hat sich wieder einmal eingeschlichen.. Der schon etwas alternde ATARI der die Versuchswerte auf Diskette speichern soll verweigert den Dienst.. hektisch wird nach den Sicherungskopien gesucht und versucht durch gutes Zureden den Computer doch noch zur Mitarbeit zu bewegen. Nach einer "Technischen Massage" klappt es dann doch noch.
Am
nächsten Morgen wird die Pink wieder flugfertig gemacht. Die
Schwingungsmessgeräte ab- und Öldruck Meßgeräte aufgebaut. Der Tag zieht
sich dahin, wir kommen erst recht spät zum fliegen und es wird noch später bis
alles wieder im Originalzustand ist. Die Testflüge mit den größeren
Fliehgewichten an den Propeller Blättern sind erfolgreich und der Propeller
damit auch für den normalen Einsatz tauglich.
Aber das Papier noch nicht, ohne das ein Flugzeug ja bekanntlich nicht fliegt.
Das offizielle Supplemental Type Certificate ist erst ende des Jahres zu
erwarten, aber dank der Großartigen Unterstützung von Josef Eisnecker unserem
Prüfer bei der Austrocontrol ist es uns gelungen eine Alternative zu finden.
Jetzt ist in 12cm hohen Lettern EXPERIMENTAL auf dem Flugzeug zu lesen und wir
dürfen die Propeller in der Breitenerprobung fliegen bis das STC ausgestellt
ist. Thomas kommt noch kurz vorbei für die Abschluß Inspektion und
darauf geht es knapp vor Sunset nach Klatovy.
Zum ersten leisen Überflug !
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