Unfallbericht

Unfallberichte aus dem USPA Parachutist
aus dem Englischen von Uschi Wagner

Alter: 52
Geschlecht: männlich
Gesamtzahl Sprünge: 601
Jahre im Sport: nicht bekannt
Todesursache: Harte Landung unter einem schnell drehenden, eingedrehten Hauptschirm
System: Mirage G3
Hauptkappe: PD Sabre2 150
Reserve: Precision Aerodynamics Micro Raven 150
AAD: Airtec Cypres
RSL: nein
Unfallhergang:
Nach einem normalen Freifall und Schirmfahrt befand sich der Springer unter einem eingedrehten Hauptschirm und schnell drehend von ca. 75m bis zum Boden.
Schlussfolgerung:
Mehrere Personen sahen den Springer am Beginn der Schirmfahrt unter einer einer landbaren Kappe. Ein Zeuge berichtete, dass der Springer eine aggressive Drehung mit der Steuerleine einleitete welche die Verdrehungen verursacht haben könnte. Trotzdem sah niemand den Springer in dem Moment in dem sich die Leinen eindrehten.
Weil die Verdrehung in ca. 75m über Grund passierte wird angenommen, dass sie durch eine aggressive Drehung verursacht wurde. Der Wind zum Unfallzeitpunkt wurde mit 7 m/s angegeben. Da sich der Springer in einem Bereich befand, in dem Turbulenzen auftraten wird auch angenommen, dass das Einfluss auf die Unfallursache machte. Der Springer war zu niedrig um sicher abzutrennen und die Reserve zu ziehen und es war ihm nicht möglich, sich auszudrehen.
USPA bekommt einige Male pro Jahr solche Unfallberichte. Glücklicherweise waren die meisten Springer hoch genug um abzutrennen und die Reserve zu ziehen. Jeder Springer sollte die Grenzen seines Schirmes kennen.
Wenn man sich in einer unlösbaren Situation in Bodennähe befindet, kann man nur gewinnen wenn man die Reserve dazu öffnet.

Alter: 40
Geschlecht: männlich
Gesamtzahl Sprünge: 228
Jahre im Sport: 2
Todesursache: Harte Landung nach niedriger Drehung
System: Mirage
Hauptkappe: PD Sabre 190
Reserve: Precision Aerodynamics Raven 218
AAD: Airtec Cypres
RSL: nein
Unfallhergang:
Nach einem langen Spot entschloss ich der Springer und sein Sprungkollege außerhalb des Sprungplatzes auf einem Feld zu landen. Der Kollege landete ohne Zwischenfall. Zeugen sahen den Springer bei einer 270° Drehung in niedriger Höhe, was zu einer harten Landung führte. Er zog sich einige Knochenbrüche und innere Verletzungen zu. Trotz sofortiger Erstversorgung starb der Springer im Krankenhaus.
Schlussfolgerung:
Der Springer versuchte einem Seil auszuweichen, dass sich in der Mitte des Feldes in ungefähr 7m Höhe befand. Mit seinem ungefähren Exitgewicht von 111kg hatte er ein Wing Loading von 1,3:1. Das ist höher als das, vom Hersteller empfohlene für Experten.
Springer müssen sich über die Konsequenzen, die ein Springen mit Kappen mit hohem Wing Loading mit sich bringt im Klaren sein. Das Thema Schirmfahrt und Canopy Control können erst dann aufkommen wenn der Springer mit schwierigen Situationen (Außenlandung...) konfrontiert wird.
Springer sollen ihre Landung in freiem Gebiet planen. Das Ausbildungsmanual der USPA lehrt halbgebremste Landungen um auf unvorhergesehene Situationen vorzubereiten. Eine halbgebremste Drehung braucht weniger Höhe und ist eine sicherere Lösung für Richtungsänderungen in niedriger Höhe. Trotzdem müssen alle Drehungen in ausreichender Höhe abgeschlossen sein.

Alter: 23
Geschlecht: männlich
Gesamtzahl Sprünge: 350-400
Jahre im Sport: 3
Todesursache: Freifallkollision gefolgt von einer harten Landung
System: Rigging Innovations Voodoo
Hauptkappe: Atair Aerodynamics Cobalt 105
Reserve: nicht bekannt
AAD: Airtec Cypres
RSL: nein
Unfallhergang:
Der Springer verließ als letzter das Flugzeug um bei einem 7-way RW Sprung teilzunehmen. In ca. 3050m, während der Springer noch immer der Formation nachflog kollidierte er mit einem anderen Springer. Beide Springer öffneten sofort den Hauptschirm. In ca. 30m verlor der Springer an Kraft und landete hart ohne zu flairen.
Schlussfolgerung:
Dieser Springer konzentrierte sich nicht auf den Verlauf seines Fluges zur Formation und bremste nicht ab. Die Differenz zwischen seiner Geschwindigkeit und der der Formation war so groß, dass sie zu einer harten Kollision zwischen ihm und dem anderen Springer führte. Der Springer der starb trug keinen Helm und litt an Kopfverletzungen durch die Kollision.
Die Untersuchungen ergaben, dass die Verletzungen, die sich der Springer während der Landung zu zog zu seinem Tod führten. 


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