Fallschirmkauf, eine schwierige Sache
Hallo liebe Pink-Skyvan-Crew und Gruß nach Österreich!

Es steht kurz bevor, daß ich meine Lizenz zum Fallschirmspringer (in Deutschland) ablege.
Und da Ihr auf Euren Seiten auch eine informative Page zu allen Themen der Sicherheit habt, hätte ich einige Fragen an Euch, bei denen ich Euch

dankbar wäre, wenn Ihr sie beantworten würdet.
 
Und zwar geht es im Speziellen um Ausrüstung.
Ihr fragt Euch sicher, warum ich mich nicht damit an einen Händler/Rigger/Hersteller wende.
Nun, die wollen auch gern stets verkaufen, was heißt, dass die Antworten immer ein Stückchen gefärbt sind.
Denn welcher Hersteller bietet schon schlechte Ausrüstung an und welcher Händler verkauft schon schlechte Ausrüstung?
Wenn es danach ginge, ist immer alles das berühmte "Gelbe vom Ei".
 
Aber nun mal zur Sache:

Vielleicht wende ich mich nach dem Lizenzerhalt der schnellen Zunft rund um Head-Downer und Co. zu.
Logischer Weise bedarf es da erhöhter Sicherheit und vor allem sind die Anforderungen, die ans Material gestellt werden viel höhere.
 
Meine erste Frage wäre also: Ist in diesen Disziplinen kostengünstigeres Equipment aus Europa genau so gut und sicher wie das aus Amerika?

Beispiel Reserven: Man liest in amerikanischen Foren oft von "Blow Ups", also zerrissenen Reserven oder tödlich harten Öffnungen mit schlechten Reserven bei vorzeitigen Öffnungen im Head Down.
Oft kommen Namen wie die Raven-Reserven (Blow Ups) oder die Tempo's (brettharte Öffnungen) ins Spiel.
 
Offenbar sind sich jedoch viele einig, dass die PD-Reserve einiges abkann. Ein Grund vielleicht auch, warum offenbar das Gros der Profis PDs benutzt.
Meine Frage wäre: Ist es wirklich sinnvoll, dem Hersteller Performance Designs so viel für seine Reserven in den Rachen zu schmeißen?
Oder: Sind folgende Reserven genau so gut/stabil: Speed 2000, Techno, Quick.
Ich wäre Euch dankbar, wenn Ihr zu den drei Reserven jeweils kurz etwas sagen würdet.
 
Das nächste ist das Gurtzeug.
Für viele Amerikaner ist es offenbar klar: Wenn schon, dann muss es ein Mirage G3/G4, ein Vector 3 oder ein Javelin (Odyssee) sein.
 
Doch sind die wirklich so überragend?
Oder können Atom (Legend), Next, Tear Drop SF und Omega da in punkto Sicherheit (Stichwort Reservedeployment, Klappenschutz, etc.) sowie in Verarbeitung und Innovation mithalten?
(Ich wäre Euch auch hier sehr dankbar, wenn Ihr zu jedem Gurtzeug kurz 1-2 Sätze sagen würdet.).
 
Last but not least: Ich suche noch eine günstige Hauptkappe, habe da an Quadra-V-Tec oder Super 7 gedacht.
Wisst Ihr, wie die für einen Anfänger (90 KG Körpergewicht) geeignet sind?
Und wie sind die Öffnungen? Eher langsam? Eher zügig, aber OK, oder etwa so zügig, dass der Slider wie aus der Pistole geschossen runter kommt (wie Manta/Spark)?
Und wie ist das Landeverhalten?
 
 
Nun ja, ich will insgesamt nicht unbedingt zu viel für alles ausgeben, allerdings halt auch nicht an der Sicherheit sparen.
Daher bin ich etwas ratlos, was obige Themen angeht.
 
Ich wäre Euch wirklich super-dankbar, wenn Ihr mir dieses Mail beantworten würdet, würde es mir doch sehr bei der Wahl der Komponenten helfen.
Da Ihr so viel Erfahrung habt und neutral seid, verspreche ich mir viel davon.
 
 
Beste Grüße und blue skies
 
Euer
 
Marian :-))
 

Lieber Marian,

Du beschäftigst Dich ja ziemlich intensiv mit dem Fallschirmspringen, was mich sehr freut.
Auch würde ich mich freuen, Dich einmal bei der PINK Skyvan zu begrüßen.
 
Zu Deinen Fragen:
Reserven
Das Wesentliche hast Du bereits erkannt. PD gilt als der Mercedes unter den
Kappenbauern und hat anders als manch anderer Hersteller eine sehr gut funktionierende
Qualitätssicherungskontrolle bei seinen Produkten. Was nicht heißt, andere Hersteller es
nicht haben. Vom Material her ist es wahrscheinlich so, dass alle dasselbe benützen. Ich würde
sagen, dass wenn Du sicher das Beste willst PD eine gute Wahl ist, alle anderen mit TSO-
Prüfung aber den Erfordernissen auch entsprechen. Ich habe vorher den Mercedes erwähnt,
der Vergleich ist gut wenn Du Dir einen Ford oder VW kaufst, fahren die genauso gut und
die Wahrscheinlichkeit, dass Du an einem Bremsversagen stirbst ist nahezu Null. Natürlich
kann es das aber auch geben, beim VW genauso wie beim Mercedes, bei PD genauso wie
anderen Herstellern.
 
Gurtzeug
Vector3 ist hier tatsächlich der Mercedes, ich habe gerade eines 2000 Sprünge verwendet
und es ist nicht eine Naht aufgegangen. Bei billigeren, z.B.Südafrikanern (Vortex), ist dies
oft schon nach 1000 Sprüngen der Fall, dafür kosten sie auch nur die Hälfte. Das Preis-
Leistungsverhältnis ist so gesehen beim Teuersten und beim Billigsten sehr ähnlich.
Selbiges gilt faktisch für alle anderen Gurtzeuge, wobei man beim Vector neue Erkenntnisse
üblicherweise 1 Jahr früher kaufen kann als bei anderen Herstellern.
 
Hauptkappen
Hier komme ich wieder auf das Auto zurück. Ich habe gerade den Führerschein gemacht
und möchte mir ein Auto kaufen. Was ist das Beste für mich ? Ist es ein Golf um € 500,--,
ein Ford Fiesta, ein alter Mercedes oder ein nagelneuer 500 SEL oder vielleicht ein
BWM Cabrio oder ein Octavia, der soll besonders kostengünstig sein ? Empfiehl mir bitte
einen !
 
Und genauso verhält es sich mit Hauptkappen. Springe verschiedene Typen und Grössen,
lerne von erfahrenen Springern, wie man Kappen fliegt und landet, schaue in Deine Geld-
börse und kaufe das, was Du Dir leisten willst und unter welcher Du Dich am Wohlsten
fühlst.
 
Hier bieten wir bei den PINK Boogies jungen Springern ein besonderes Service. Du kannst
vom Sabre 170 über Nitro 150 bis Blade 78 bei uns jede Kappe unter fachgerechter An-
leitung springen und probieren.
 
Ich hoffe Dir geholfen zu haben.
Gruss,
Thomas

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