Wien, Donnerstag, 30.1.2003. Treffpunkt am Flughafen Schwechat um 16h mit
allen Österreichern und Weitgereisten, die nach Tozeur wollen. Die Pink ist
schon seit ein paar Tagen in dem idyllischen Wüstenstädtchen und die 8-köpfige
Crew (Thomas, Wuzi, Martin, Gregor, Björn, Klaus, Andrea und Phillip) hat schon
so einiges vorbereitet. Nachdem Petr und Pavel in fast drei Tagen im Auto und
mit Zehnerls Riesenzelt von Klatovy nach Tunesien gefahren (und mit der Fähre
geschwommen) sind hatten die zehn einiges zu erledigen. Zelt aufstellen, wieder
umlegen, aufstellen, umlegen,... und so weiter. Bis es nach etwas weniger als
drei Stunden endlich fertig aufgestellt war. Zehnerl's Gruppe schafft es, laut
eigenen Angeben in weniger als einer... Also, die ersten 20 Springer und solche,
die es werden wollen treffen sich am Flughafen und checken ein. Als Gruppe
einchecken geht nicht, danke Hr. Bin Laden... also jeder einzeln. Uschi und
Pablo nehmen die 14 Schülergears auf ihre Kappe und dank einem netten Schreiben
von Hr. Benhamida (Tunisair Wien) müssen wir kein Übergepäck bezahlen. Erstaunt
wird festgestellt, dass von den 20 Anwesenden nur ca. 6 eine Lizenz besitzen,
der Rest sind Schüler aus ganz Österreich und Bayern.
Der Flug nach Tunis verläuft ereignislos, aber was wäre eine Partie Springer,
wenn nicht irgenwo ein Problem auftreten würde. Pablo, kolumbianischer
Staatsbürger hat kein Visum. Laut Tunisair Wien braucht er auch keines. Das
sehen die Immigrations-Beamten in Tunis aber anders - zumindest tun sie so.
Vorerst keine Einreise. Na Gott sei Dank haben wir fast eine Stunde Zeit um
unseren Anschlussflug zu erreichen. B-Man organisiert den Weitertransport der
Gepäckstücke und Uschi wartet, ob nicht vielleicht noch was kommt. Man kann ja
nie wissen. Alle Gepäckstücke sind da, aber noch immer kein Pablo. Alex versucht
den Tuninter-Angestellten klarzumachen, dass da noch wer fehlt aber ein "jaja"
gibt keinen Aufschluss darüber, ob unser Problem verstanden wurde. Um es kurz zu
machen, Pablo erreichte nach einem 500 Meter Sprint über die Abstellfläche in
Tunis doch noch den Flieger und alle sind glücklich in Tozeur gelandet.
Freitag ist Erstsprungeinweisungstag für die Schüler und es wird eine Load mit
der Pink geflogen. Alle anwesenden Springer entscheiden danach einstimmig, dass
die Windverhältnisse nicht gerade optimal sind und so geht man schon am frühen
Nachmittag zum tunesischen Bier und Rotwein über. Freitag abend trudelen die
ersten Springer aus Deutschland ein, doch auch am Samstag wird der Tag eher für
Jeepralleys und Quads-fahren genutzt. Die Schüler quälen sich im Salle du
Conference mit dem Packen wärend sich die anderen in der Wüste vergnügen. 3
Jeeps waren unterwegs um mit Abenteuerlustigen über die Dünen zu sausen. Einer
kommt zurück. Die anderen zwei stecken vielleicht noch immer im Morast fest.
Endlich am Sonntag bessert sich das Wetter und es wird gesprungen was das Zeug
hält. Die Schüler machen ihre ersten Automaten, Freeflyer gehen mit Martin und
Bauchflieger mit Skip in die Luft. Am Abend sitzen alle zufrieden beim
Abendessen. Die Gesichter sind schon jetzt sonnengebräunt. Trotz dem
anstrengenden Tag hört man noch zu später (oder früher?) Stunde Gelächter aus
der Bar.
Am 8. Februar findet die große Verlosung statt. Zu gewinnen gibt es wundervolle
Dinge wie einen Pro Track, Coachsprünge, Videos, Preisnachlässe auf nagelneue
Gurtzeuge, Höhenmesser, Sprungbuch, Ballonsprung und natürlich den Nitro.
Gewonnen hat ihn Carsten Raff aus Hamburg, der leider zum
Zeitpunkt der Verlosung nicht mehr in Tozeur war.
Die Außenlandungen zum Star Wars Drehort sind sehr beliebt und die Pink darf
dieses Jahr wieder dort landen und die Springer abholen. Die Nomaden haben sich
inzwischen auch schon daran gewöhnt, dass hier ab und zu Leute vom Himmel
schweben und verkaufen Ketten und sonstiges Klumpert um 1 Dinar. Skip sieht
seine Chance und kauft Geschenke ein. Beim Zurückspringen fällt er dann auch ein
bisschen schneller, mit den vielen Ketten und Steinen in der Kombi. Die Gears
wiegen mit fortscheitenden Sprungtagen auch immer mehr... ob das an den
Schwächeanfällen mancher Springer liegt oder am vielen Sand konnte nicht geklärt
werden. Der Wind lässt immer mehr nach und die Temperaturen steigen. Jetzt fühlt
man sich schon wie in der Wüste!
Wie ist das so, wenn das Wetter im Frühjahr besser wird? Genau, alle wollen
Cabrio-fahren. Also Luke auf und raus aufs Dach! Grinsende Gesichter nach der
Landung "Das ist soooo geil!" Auch wenns da oben doch noch etwas kälter ist. Da
sind die glücklich, die Handschuhe haben.
Endlich haben auch alle Schüler ihre ersten Solos oder zumindest Level 7
geschafft und wie es der Brauch will, werden die Ärsche versohlt. Und weils so
schön ist, werden die, die Runde Sprünge gemacht haben, auch gleich mit
verdroschen. (Alex, Prosecco, Clemens, Bert Man, Mike,... ich hoffe, ihr könnt
wieder sitzen).
Trotz Feiern bis spät in die Nacht sind am nächsten Tag alle wieder Fit und
freuen sich erneut über schönstes Wetter mit blauem Himmel und Sonnenschein. Die
Pink brummt und die Springer purzeln nur so vom Himmel. Für die, denen der
Schädel noch brummt hängen die Hängematten vom Gerüst und von dort kann man auch
wunderbar die Springer beobachten. Einige sollten mit den Schülern das Packen
noch mal üben. Vier Reserven an einem Tag sind nicht genug. Deshalb gibt es
gleich fünf am Nächsten. Dann ist aber Schluss und Jupp und Regina können wieder
mal früh Schluss machen.
Die Zeit vergeht wie im Flug und schon ist die erste Woche rum. Am Freitag
morgen fliegen die ersten schon wieder zurück ins kalte Deutschland und auch sie
meinen, dass "eine Woche Springen in der Wüste viel zu kurz ist". Jaja, denken
sich die, die noch eine Woche länger da bleiben. Am Sonntag gehts für ein paar
zurück nach Wien und am Dienstag darauf fliegt wieder eine Gruppe zurück nach
Frankfurt. Die zweite Woche wird von allen genutzt besonders viele Sprünge zu
machen. Leider spielt das Wetter nicht immer mit und ab und zu muss eine
Sprungpause eingelegt werden.
Und schon ist wieder ein Tozeur-Boogie vorbei. Den Sand aus Tunesien wird man im
Laufe der nächsten paar Monate noch über einigen Sprungplätzen zu sehen
bekommen. Wann der nächste Tunesien Boogie stattfindet steht noch nicht fest.
Aber sobald die Daten draußen sind, findest du sie im Internet.