Aus dem Englischen von Uschi Wagner
Alter: 33 Jahre
Geschlecht: männlich
Gesamtzahl Sprünge: 1500
Jahre im Sport: 5
Todesursache: Harte Landung im Wasser nach dem Versuch durch den Wassergraben zu
landen
System, Hauptkappe, Reserve, AAD und RSL: nicht bekannt
Unfallhergang:
Nach einem unspektakulären Freifall und einer normalen Schirmfahrt versuchte
dieser Springer durch den Wassergraben zu swoopen. In 15 oder 20 Metern begann
er eine Drehung mit der Steuerleine (Toggle Turn). Nur knapp verfehlte er den
Rand und schlug auf dem Wasser auf wobei seine Kappe ungefähr auf gleicher Höhe
mit ihm war. Er wurde sofort aus dem Wasser gezogen und ein anwesender Springer,
der auch Arzt war führte Wiederbelebungsversuche durch. Trotzdem verstarb er an
den Verletzungen, die er sich beim Aufprall auf dem Wasser zugezogen hatte.
Schlussfolgerung:
Dieser Springer wollte durch einen Wassergraben swoopen welcher von Gebäuden und
Bäumen umgeben war was seine Ausweichmöglichkeiten sehr einschränkte. Es wurde
berichtet, dass er sehr wenig Erfahrung bei Landungen mit high perfomance Kappen
hatte. Seine letzte Drehung in dieser niedrigen Höhe (15 - 20 m) war zu niedrig
um seinem Schirm die Zeit zu geben wieder auszuleveln.
Bei einem harten Aufschlag kann die Landung im Wasser auch sehr starke
Verletzungen hervorrufen. Springer, die eine schwierige Landung planen, sollten
sich über die Ausweichmöglichkeiten und Alternativen im Klaren sein.
Alter: 34
Geschlecht: männlich
Gesamtzahl Sprünge: 404
Jahre im Sport: 2
Todesursache: Harte Landung nach niedriger Drehung
System: Sun Path Javelin
Hauptkappe: PD Sabre2 150
Reserve: PD 193R
AAD: Airtec Cypres
RSL: nein
Unfallhergang:
Nach einem unspektakulären Freifall und einer normalen Schirmfahrt leitete
dieser Springer eine 180° Drehung in ungefähr 15 Metern ein. Er schlug noch
während der Drehung auf den Boden auf und verstarb nach ca. 10 Stunden im Spital
an seinen Verletzungen.
Schlussfolgerung:
Dieser Springer hatte sich erst kurz davor einen kleineren Schirm zugelegt um
nach eigenen Angaben high performance Landungen zu erlernen. Er wurde vom DZ
Personal wegen seiner nicht ausreichenden Erfahrung und der gefährlichen Manöver
der letzten Wochen vor dem Unfall gewarnt. In den zwei Nächten vor dem Unfall
hatte er jeweils nur etwa vier Stunden Schlaf. Vor dem Sprung war er sehr
hektisch und kam fast zu spät zum Flugzeug. Sein Exit-Gewicht war laut
Herstellerangaben im "Expert" Bereich. Von den 404 Sprüngen die er hatte waren
die meisten mit größeren Kappen.
Springer die ihre Kappengröße verringern sollten sich genaue Informationen und
eine gute Einweisung durch einen erfahrenen Fallschirmspringer einholen.
Drehungen müssen in ausreichender Höhe beendet werden um dem Schirm genügend
Zeit zu geben wieder auszuleveln.
Alter: 45
Geschlecht: männlich
Gesamtzahl Sprünge: 170
Jahre im Sport: 2
Todesursache: Harte Landung im Wasser nach dem Versuch durch den Wassergraben zu
landen
System: Sun Path Javelin
Hauptkappe: PD Vengeance 170
Reserve: PA Raven 2
AAD: Airtec Cypres
RSL: Ja
Unfallhergang:
Nach einem unspektakulären Freifall und einer normalen Schirmfahrt leitete
dieser Springer eine 30° Drehung ein um über einen Wassergraben zu swoopen. Er
schlug noch während der Drehung auf dem Wasser auf. Zeugen berichten, dass er
keine Versuche unternahm den Schirm vor dem Einschlag zu bremsen. Er wurde aus
dem Wasser gezogen und Wiederbelebungsversuche wurden durchgeführt aber er
verstarb an den Verletzungen die er sich beim Einschlag zugezogen hatte.
Schlussfolgerung:
Sein Exit-Gewicht war laut Herstellerangaben im "Expert" Bereich. Seine
Gesamtsprunganzahl betrug 170, welche nur sehr wenige Springer als "Expert"
empfinden. Seine vorhergehenden Erfahrungen und Trainings sind nicht bekannt.
Dass das Swoopen über einem Wassergrabens sicherer ist, als über Land ist ein
Irrglaube. Bei hohen Geschwindigkeiten kann Wasser genau die geleichen schweren
Verletzungen hervorrufen. Drehungen müssen in ausreichender Höhe beendet werden
um dem Schirm genügend Zeit zu geben wieder auszuleveln.
Alter: 28
Geschlecht: männlich
Gesamtzahl Sprünge: 800-900
Jahre im Sport: 4
Todesursache: Keine Schirmöffnung nach Freifallkollision
System: Stunts Eclipse
Hauptkappe: PD Stiletto 120
Reserve: PD 126R
AAD: Airtec Cypres
RSL: Nein
Unfallhergang:
Bei diesem Sprung wurde ein Freefly Trainings Sprung mit einem USPA Coach
durchgeführt, der einen Springer mit etwa 35 Sprüngen coachte. Beide begannen
erst im Headdown, der weniger erfahrene Springer machte eine Transition ins
Sitflying. Der Coach war noch immer im Headdown als er mit dem Schulter und dem
Knie des anderen Springers kollidierte. Der Coach wurde bewußtlos, und er fiel
ohne einen geöffneten Schirm auf die Erde.
Schlussfolgerung:
Über das Freefly-Können des Instructors gibt es keine Information. Die Fallrate
kann während einem Freefly-Sprung sehr stark variieren besonders wenn ein
Springer gerade mit dieser Disziplin beginnt. Beginner tendieren oft dazu "aus
der Position zu fallen" und eine langsamer fallende Körperposition einzunehmen.
Solange bis er absolut sicher ist sollte der Anfänger in kleinen Gruppen
springen und besonders darauf achten, dass nicht über- und/oder unterflogen
wird.
Der Instructor hatten einen Hartschalen-Helm auf und ein Cypres. Das Cypres
hatte den Loop durchgeschnitten, da das Gerät aber sehr stark beschädigt wurde,
kann nicht mehr klar festgestellt werden ob es schon beschädigt war oder ob es
ausgeschalten war und erst beim Aufschlag aktiviert wurde. Es wurde zum
Hersteller geschickt.
Alter: 27
Geschlecht: männlich
Gesamtzahl Sprünge: 1200+
Jahre im Sport: 6
Todesursache: Harte Landung unter einer drehenden Störung
System: Sun Path Javelin
Hauptkappe: PD Sabre 135
Reserve: PA Raven 150-M
AAD: Airtec Cypres
RSL: Nein
Unfallhergang:
Nach einem ereignislosen Freifall öffnete der Springer seinen Hauptschirm
welcher sofort stark zu drehen begann. Zeugen sahen, wie der Springer versuchte
seine Kappe zu steuern indem er den gegenüberliegenden Riser nach unten zog. In
ungefähr 30 Metern machte der Schirm noch zwei steile Drehungen und knallte dann
in der Drehung auf den Boden. Der Springer wurde mit dem Helikopter von dem
Sprungplatz geflogen und erlag einige Stunden später seinen schweren
Verletzungen.
Schlussfolgerung:
Vermutlich war eine Steuerleinen gelöst, als der Schirm sich öffnete. Das kann
zu starken Drehungen führen. Die noch verstaute Steuerleine konnte während Tests
am Boden leicht gelöst werden. Ein schnelles nach unten ziehen beider
Steuerleinen hätte das Problem vermutlich gelöst.
Wenn aus irgend welchen Gründen das Lösen der Steuerleine nicht möglich gewesen
wäre, so wäre Abtrennen und Reserve ziehen vermutlich die bessere Lösung
gewesen. Wenn ein Springer entscheidet, eine leichte Störung zu landen, so
sollte er immer die Größe des Schirms, die Schwere der Störung und seine
Erfahrung im Kontrollieren der Kappe in betracht ziehen. Manche Störungen die
kein Problem bei größeren Kappen darstellen (Fangleinenverdrehung, Slider oben,
Kappe gerissen,...) können bei kleinen Kappen ein Grund zum Abtrennen sein.
Alter: 22
Geschlecht: männlich
Gesamtzahl Sprünge: 275
Jahre im Sport: 1
Todesursache: Harte Landung durch eine zu tiefe Drehung
System: Altico Dolphin
Hauptkappe: PD Vengeance 150
Reserve: PISA Tempo 210
AAD: Airtec Cypres
RSL: nicht bekannt
Unfallhergang:
Nach einem ereignislosen Freifall und einer normalen Schirmfahrt machte dieser
Springer in ca. 50 Metern eine 180° Drehung. Er schlug zuerst mit den Beinen,
dann mit dem Kopf auf. Er hatte einen Helm auf, verstarb aber trotzdem.
Schlussfolgerung:
Wie berichtet wird, hatte der Springer erst kurz zuvor von einem wesentlich
größeren Schirm hinuntergestuft. Sein Wing Loading betrug 1,63:1. Der Hersteller
empfiehlt dieses Wing Loading nur für "Experten" (die meisten Springer finden
275 Sprünge zu wenig für einen "Experten"). Es wurde nicht berichtet, ob er eine
Schirmeinweisung vor dem Kauf oder vor dem ersten Sprung bekommen hatte.
Springer, die auf eine kleinere Kappe wechseln, sollten ein gutes Training von
einem erfahrenen Springer erhalten.
Drehungen müssen in einer ausreichenden Höhe beendet werden um dem Schirm Zeit
und Höhe zu geben um wieder auf Level zu kommen.
Unfälle mit nicht tödlichem Ausgang: