(Flying and Landing High Performance Parachutes Safely von John Le Blanc, Performance Designs, Inc. aus dem Englischen von Uschi Wagner und Pablo Iragorri). Mehr Information über PD gibts auf www.performancedesigns.com
1) Allgemeines
A. Verschiedene Fallschirmmodelle der selben Größe fliegen mit der selben
Geschwindigkeit, können aber sehr unterschiedlich reagieren.
Wing Loading macht die Geschwindigkeit aus. Ein Stiletto 190 ist nicht schneller
als ein Sabre 190 oder sogar ein PD 190! Die Art des Fluges ist anders
(Geschwindigkeit in der Kurve, Gleitwinkel, usw.). Das ist es, was den
Unterschied ausmacht.
B. Der Springer wird die Geschwindigkeit des Schirmes auf Grund seiner
eigenen Erfahrungen erleben.
Beispiel: Springer A und Springer B wiegen das gleiche, springen den gleichen
Schirm und haben die gleiche Sprunganzahl. Sie können aber komplett
verschiedene Meinungen über die Geschwindigkeit und das Manövrieren ihres
Schirmes haben. Warum? Verschiedene Erfahrungen. Der Schirm könnte der kleinste
sein, den Springer A geflogen ist. Er könnte ihn aus folgenden Gründen
gewählt haben: höhere Geschwindigkeit, schnellere Drehungen und Landungen und
könnte sich damit überfordert fühlen.
Springer B könnte schon kleinere Schirme gesprungen sein und jetzt aus
irgendwelchen Gründen einen Größeren wählen um langsamere Landungen und
Flugmanöver zu bekommen.
C. Wähle deinen Schirm nach deinen eigenen Erfahrungen und wähle ob du
schneller oder langsamer fliegen willst.
Einen Schirm auf diese Art auszusuchen ist wesentlich sicherer als nur eine
Herstellerinformation heran zuziehen. Diese Informationen sind eine Richtlinie
aber können nicht effektiv Genutzt werden, ohne deine eigene Erfahrung mit
einspielen zu lassen. Wenn du nicht schneller fliegen willst, dann wähle keinen
kleineren Schirm! Bei einer Diskussion über Geschwindigkeit und
Manövrierfähigkeit eines bestimmten Schirms, erinnere dich an die
verschiedenen Erfahrungen der einzelnen Diskussionsteilnehmer.
D. Es ist nicht nötig einen High Perfomance Fallschirm schwer zu beladen um
ihn gut fliegen und landen zu können.
Das ist ein allgemeiner Irrglaube, auch einiger Experten. Wenn du keine guten
Landungen mit niedrigerem Wing Load bekommst, flairst du den Schirm nicht
richtig.
2) Richtilinien für einen normalen Endanflug
A. Fliege deinen Schirm ruhig, mit möglichst wenigen Dehungen (mit den
Steuerleinen).
* Der Schirm wird effizienter fliegen und wird es einfacher machen, gut zu
landen.
* Es wird für deine Mitspringer einfacher sein, vorher zusehen was du vor hast.
* Macht deinen Schirm bei Turbulenzen stabiler.
B. Übe Anflüge mit verschiedenen Geschwindigkeiten (gebremst). Lerne wie
langsam du anfliegen und immer noch weich Landen kannst.
Ein langsamer Anflug hilft dir bei kleinen Landeflächen, unter anderem weil er
die Distanz die der Schirm während dem Flair zurücklegt verringert. Wie
langsam du fliegen kannst hängt von deinem Wing Load, dem Design des Schirms
und deiner Technik ab. Technik kommt nur durch Übung.
* Beginne mit einem ungebremsten Endanflug und flaire wie du es normalerweise
tust. Dann experimentiere mit Flair-Techniken um einen längeren Swoop zu
bekommen. Diese zusätzliche Distanz zeigt, dass du den Schirm besser flairst
und du bist bereit einen Schritt weiter zu gehen.
* Probiere deinen Endanflug leicht gebremst zu fliegen. Flaire trotzdem wie du
es vorher getan hast. Du wirst wahrscheinlich weniger Distanz zurücklegen als
vorher, weil du weniger Energie umsetzen kannst. Übe das so lange, bis du eine
bessere Flair-Technik entwickelt hast. Das Ziel ist es, bei der Landung eine
möglichst große Distanz zurück zu legen.
* Wenn du eine größere Distanz zurücklegst liegt das daran, dass du die
Energie des Sinkens besser in Vorwärtsfahrt umsetzt. Das heißt, dass du jetzt
bereit bist einen noch langsameren Endanflug auszuprobieren. Gehe gleichermaßen
vor, nur bremse etwas mehr. Wiederhole das solange du gute Ergebnisse bekommst.
C. Wenn du schnelle Swoop Landungen machen möchtest, ist es Wichtig, gerade
Anflüge in verschiedenen Geschwindigkeiten zu üben.
Wenn du denkst, dass ein Hook Turn nötig ist um gut zu Landen, musst du
wahrscheinlich an deiner Technik arbeiten. Vielleicht musst du einmal langsamer
Landen und dann musst du das auch beherrschen. Es ist einfacher unter guten
Bedingungen zu üben damit du bei schlechten Bedingungen gut vorbereitet bist.
3) Lerne mehr über deinen Schirm indem du ihn aggressiver fliegst.
A. Verstehe die verschiedenen Dreh-Techniken um den Höhenverlust bei Drehungen
zu kontrollieren.
* Manche Dreh-Techniken verursachen eine hohe Geschwindigkeit mit sehr großem
Höhenverlust, auch bei einer normalen Drehgeschwindigkeit. (Beispiel: steile
Front Riser Drehungen).
* Andere Techniken bringen auch hohe Geschwindigkeiten, werden aber trotz einer
normalen Drehgeschwindigkeit weniger Höhenverlust verursachen. (Beispiel: weite
Drehungen mit den Steuerleinen).
* Andere Techniken bringen bei normaler Drehgeschwindigkeit Drehungen mit wenig
Höhenverlust. (Beispiel: wenig Drehung mit stark gebremstem Schirm).
* Es ist sogar möglich, langsam zu Drehen und keine Höhe zu verlieren oder
sogar Höhe zu gewinnen indem man viel Geschwindigkeit in Steigen umwandelt.
(Beispiel: Beginne einen Flair während du schnell fliegst und drehe den Schirm
langsam in eine Richtung).
B. Experimentiere mit diesen Dreh-Methoden über 300m und ohne dabei jemanden
zu behindern. Tu das bei jedem Sprung.
Während diesem Probieren wirst du viel über deine Grenzen und über die
Grenzen deines Schirmes erfahren. In 300m sollst du dich auf deinen Endanflug
konzentrieren.
C. Probiere diese Übungen in immer niedrigeren Höhen. Sei dir aber immer im Klaren, dass du alle Manöver hoch genug beenden musst um für die Landung in einen normalen Flug zurück zu kommen. Während dieser Zeit solltest du ein Gefühl für den Höhenverlust in Relation zum Boden entwickeln. Durch diese Phase der Entdeckung wirst du vielleicht den Drang verspüren, einen Hook Turn auszuprobieren - Mach es nicht! Auch wenn du schon Hook Turns gemacht hast ist jetzt ein guter Zeitpunkt eine Disziplin beim Landen zu entwickeln indem du vorsichtig und nicht übertrieben handelst.
Fortsetzung folgt...

Pablo mit seinem Performance Designs Velocity 96 in Klatovy