Der TOZEUR-Boogie Bericht ( mit Übersetzung Österreichisch-Deutsch)
IT`S MY LIFE.....
singe ich vor mich hin. Mit einem Grinsen (breites Lächeln) im Gesicht werden sich jetzt einige von euch an Szenen des Tozeur-Boogies 2002 erinnern, denn im Jänner war es wieder so weit. Wie bewährt, sondierte ein Teil der PINK-Crew schon Tage vor unserem Eintreffen die Lage in Tozeur. Unser Nachrichtenkorrespondent checkte die aktuellen Geschehnisse über Telefon ab und verbreitete diese verlässlichen Informationen rasch. Mimi im Originaltext: "Hab´ grad mit Robert telefoniert. Die haben Scheißwetter dort. Es ist warscheinlich besser du bleibst zu Hause in Linz".
Nichts desto Trotz trafen sich bereits Tozeurerfahrene und Neulinge in Wien-Schwechat um gut gelaunt die Reise in den Süden anzugehen. Mit den neuen PINK-Tozeur-Leiberl (T-shirts), die wir heuer schon im Vorhinein organisiert hatten, gaben wir uns als Springwütige zu erkennen und hoben uns so klar von den "normalen" Urlaubsreisenden ab. Die Anreise verlief ereignislos, obwohl mich die Dame am "Check in" mit gerunzelter Stirn (Falten auf der Stirn) auf das beträchtliche Übergewicht (300kg) unseres Gepäcks aufmerksam machte.
In Tozeur freute man sich auf uns und wir wurden von der Crew am Flughafen empfangen. Mein erster Blick am Rollfeld galt der PINK die, wie ich nicht anders erwartet hatte, wieder zwischen den zwei irakischen Boeing 747 parkte.
Die Sonne schien durch den Vorhangspalt und ließ mich voll motiviert aufwachen. Ein Blick aus dem Fenster - tatsächlich! - das besagte Scheißwetter. Die Entscheidung eine kurze Hose + T-shirt aus dem Kasten zu fischen (holen) war getroffen, Sonnencreme nicht vergessen!
Am Flughafen manifestierte man sich bereits bei Inga für den ersten Sprung, während ich mich mit Skip bekannt machte. Skip ist ein sehr erfahrener RW-Loadorganizer für grössere Formationen. Er begrüßte mich mit den Worten: "Thomas said, you are a Kindergarden teacher. So I don´t have to tell you anything about loadorganizing, because you know everything." Mein größtes Problem bestand ohnehin in der Verständigung zwischen mir als Oberösterreicherin und den sämtlichen deutschen Dialekten. Ja, ja, euch mein ich liebe Familie GANS. Aber nun für alle die es noch nicht wissen. Wenn ich meine ihr sollt ein RINGERL fliegen, fliegt einfach einen STERN.
Natürlich war unsere MISSION-PINK wieder durch das tunesische Militär unterstützt. Leutnant Hamim, ein wichtiger Mann, lernte unseren Betrieb kennen, indem er sich den ganzen Tag von der PINK auf und ab fliegen ließ. Gerüchten zufolge hatte er nach dem ersten, doch etwas rasanteren Sinkflug (180kt) mit der PINK ein nasses Hoserl! Pardon, ich meine natürlich etwas Probleme mit dem Druckausgleich! Somit sind wir jetzt quit (ausgeglichen) für die halbe Stunde Wartezeit, in der die vollbesetzte PINK, wegen seines Zuspätkommens nicht starten durfte!
10 Schüler wurden vom Pink/Skydream Schulungsteam unter die Fittiche genommen. Erst noch etwas goschert (vorlaut) wurden sie bald blass und still, die ersten Automatenschüler, als das rote Licht anging und sich die Türe öffnete. Kennt ihr den netten Sticker an der Tür der PINK, mit der Aufschrift "Verweigerer haben kurze Pimmel"? Und wer will sich schon nachsagen lassen,.... also Aufstellung und mit lautem UP, DOWN, AARRRTSCHHH!!!! aus dem Flieger. Auch unser PINK-Kutscher Phillip hat seine ersten Sprünge hinter sich und revidiert seine Aussage: "Man verlässt ein Flugzeug höchstens wenn sich der Propeller nicht mehr dreht!"
Die PINK-Crew stand vor der großen Aufgabe 4 tunesischen Schüler das Fallschirmspringen beizubringen. Hier sei die besonders zielgenaue Landung des Schülers Mourat erwähnt, dessen Schirm wir vom Dach des Feuerwehrhauses bergen mussten.
Mike wurde unter großem Protest kurzfristig von den Freeflyern als LO abgezogen und stand vor dem Wahnsinnsprojekt tunesischen Zielspringern das Relativspringen beizubringen. Mike´s Aussage: "MISSION IMPOSSIBLE". Seine Arbeit wurde sehr gewürdigt, er gilt jetzt sozusagen als Volksheld. Ihm zu Ehren wurde das arabische Exitkommando auf ein "Ready Ramusch" geändert.
Highlight waren bestimmt auch die Schlauchbootsprünge. Besonders die Kleinserie der Luftschiffe zeigten hervorragende Flugeigenschaften. Es konnten sogar Formationen zusammen geflogen werden. Leider wurden sie bald in der Wüste verloren und die Schlauchbootgeschäfte in der Wüste sind bekanntlich rar. Doch ein Anruf bei Karin im Headquaters genügt und sie organisierte rasch Nachschub. Danke nochmals!
Beliebt waren auch die Sunsetloads nach Oung el Chamel, der Filmkulisse von Star Wars oder zur Oase von Chebika. Fallschirmspringen macht Spass, fliegen auch! Denn unsere Piloten Robert und Phillip krönten diese Außenlandungen, zur Begeisterung der Springer, jeweils mit einem LOW-LEVEL-OVERSHOOT der PINK! Müde von der Affenhitze (Scheißwetter) und dem ausgefüllten Sprungtagen relaxten wir bei Bier und Rotwein am Pool. Dieter beschloss Aerodynamikvorträge besser im Dampfbad abzuhalten. Andere rauchten bei gemütlichen Gesprächen eine Wasserpfeife oder nahmen bei klarem Sternenhimmel ein Bad in den heißen Quellen der Oase.
Da wir keine Zeit hatten den Geschehnissen der Olympischen Spiele zu folgen, beschlossen wir unsere eigenen Wettkämpfe und Disziplinen zu veranstalten. Da gab es zum Beispiel das Stiefelrennen zwischen Österreich und Deutschland. Roman und Melanie lieferten ein Wettrennen der etwas anderen Art. Hundert Meter durch heißen Wüstensand und das mit getauschtem Schuhwerk. Roman in Mel´s Abendstiefel (10cm Absatz) und Mel in dessen zu großen Turnschuhen. Durch Romans ausgeklügelte Technik ging dieser Punkt klar an Österreich.
Ein weiterer Punkt wird für die Anzahl der Reserven gegeben. Wolf, das Rennen geht, soweit ich mich erinnern kann, an dich!
Als weitere Herausforderung galt es, möglichst viele Fallschirmspringer in einen Jeep zu packen. Anfangs wurde uns noch erklärt, dass max. mit 7 Personen gefahren wird. Tage später waren es 13 Personen. Ein weiterer Versuch mit Doogie am Dach wurde dem Jeepfahrer dann doch zu viel. Weichei! (Peter, das hat nichts mit dem Frühstück zu tun)
Weiter offen ist dennoch der Kampf zwischen Sliderman und Cpt. Freefall um die Weltherrschaft, wobei Sliderman durch den Verlust seiner Maske enttarnt wurde.
Der unumstrittene Höhepunkt war die Austragung des ersten Rumpfi-Contests. Die Idee entstand durch die Erzählung des Rumpfi-Witzes. Bman gilt somit als "Vater" des Rumpfis und machte ihn somit zu einer Legende. Schon am Vortag fand unter Spannung die Zusammenlosung der Teams statt. Hinter verschlossenen Türen wurden Strategien ausgeklügelt und bereits Wetten abgeschlossen! Ein beinharter Wettbewerb, aufgrund der Komplexität der Aufgaben. Der erste Sprung war ein "Rumpfi-Sprung" (Skyballsprung), Arbeitszeit 40 Sekunden, in denen Rumpfi im Freifall zwischen den Teamkollegen hin und her gespielt wurde. Jeder Fang, bzw. zusätzliche Freifallmanöver erhöhten das Punktekonto. Der zweite Teil hatte es in sich - der Rumpfi-Ziellande-Lauf und Sauf-Sandschaufelbewerb. Nach der Landung mußte ein Checkpunkt durchlaufen werden, Gurtzeug ablegen, zur Rumpfibar um eine Dose Bier auszusaufen und diese anschließend mit Sand befüllen. Auch hier wurde um jede Sekunde gekämpft. Die Teams lieferten sich heiße Gefechte und waren Konkurrenten im Weg, wurden diese Kompromißlos aus dem Weg geräumt. Schließlich ging es um den Gewinn des ersten Rumpfi-Pokals. Am Abend sorgte ein perfekt zusammengeschnittenes Video des Bewerbs zur allgemeinen Erheiterung und das Siegerpaar Wuzi und Biene, wurde gefeiert. Gratulation! Auch beim Feiern waren einige von uns Weltmeister. Einer wunderte sich gar am Morgen über seine nasse Kleidung. Gerüchten nach wollte diese Person unbedingt um 3 Uhr Früh vollbekleidet eine "Schwimmung" machen.
Es soll sogar welche gegeben haben, die ihren Flug verpasst haben! Mike, unterbewußt wolltest du gar nicht Heim.
Dem Springerherz blieben keine Wünsche offen. Aus dem Flieger wurde geschmissen, was uns in die Hände gelangte. Schlauchboote, Skybälle in allen Variationen, sogar mit Blei gefüllte Tigger! Der Sigi-Doktor und der Wolf gaben sich´s beim Skysurfen. Die Damen zauberten einen 12er RW-Sprung in die Luft, was die Herrn der Schöpfung neidisch als CHICKEN-Load bezeichneten. Zahlreiche Sprünge vom Dach der PINK - sogar ein 6er RW war dabei. Es kam die Idee auf, Liegestühle und eine Minibar dort oben zu montieren. Mein 500ster wurde mit einem 18er Tracking-Dive gefeiert. Uschi briefte einen Hybriddive, was das ist schaut ihr euch am besten auf Fotos an. Freeflyer wurden in Bauchkombis und Relativer in Freeflyhosen gesichtet. Hab ich schon erwähnt, dass ich jetzt die Seite wechsle und Freeflyer werde?! Auch Birdmänner wurden über Tozeur gesichtet.
Was soll ich euch sagen?! Wenn´s am Schönsten ist soll man bekanntlich aufhören. Auch wenn´s Scheißwetter hatte...
Vielleicht sehen wir uns ja nächstes Jahr wieder in Tozeur - INSHALLAH (so Gott es will), wie der Tunesier zu sagen pflegt.
PINK skies wünscht
Dagi