Bolzano, la tutta normale follia

Die letzten Sonnenstrahlen in Südtirol geniessen, das war unsere Absicht und darum machten wir uns am zweiten Bozen-Wochenende auf nach Südtirol. Für uns aus Innsbruck und Umgebung ist das praktisch ein Heimspiel, die eineinhalb Stunden nach Bozen sind keine grosse Sache.

Am Brenner sank unsere Laune linear zur Temperatur auf –8 °C. In Bozen waren dann Laune und Temperatur wieder im grünen Bereich. Blauer Himmel und die Skyvan – Herz, was willst du mehr? Bei der Ankunft staunten wir nicht schlecht, die Bozner haben aus ihrem "Platzerl" einen International Airport gemacht. Dort, wo letztes Jahr noch eine Schotterstrasse war, fanden wir nun einen riesigen Parkplatz und ein nagelneues Abflugterminal vor. Fabio Caselli aus Triest, ein alter Bekannter aus Salgareda-Tagen, fungierte als LO und schnell wurde eine super Bauchflieger-Truppe zusammen gestellt. Wir manifestierten uns gleich für den ersten Load des Tages und den italienischen Gepflogenheiten gemäss marschierten wir so gegen 11 Uhr vormittags wieder Richtung Abflughalle. Vorbei an zahllosen Carabinieris wurden wir von unserem Begleiter in die Abflughalle gebracht.

Nun wurde es richtig spassig; eine offizielle Amtsperson mit einem Haufen aufgenähter Wimpeln am Ärmel wies uns an, die Gurtzeuge abzulegen und zusammen mit den Helmen und Höhenmessern durch den Handgepäckscanner zu schicken. Dass praktisch in jedem Gurtzeug eine Höllenmaschine mit Batterien und einer Treibladung eingebaut ist, hat er Gott sei Dank nicht bemerkt. Die vier anwesenden »normalen« Passagiere haben wohl endgültig ihr Vertrauen in die Luftfahrt verloren, als plötzlich eine ganze Maschine mit Fallschirmen ankam ! Robert aus Vorarlberg war ausserdem mit einem Leatherman (einem Taschenmesser) bewaffnet. Dieses wurde ihm natürlich sofort abgenommen, dann durch den Scanner geschickt und ihm darauf hin wieder ausgehändigt. Wir haben fast in die Hosen gepinkelt. Eine ausgesprochen reizende Stewardess (mit super Beinen) hat uns dann, sogar ohne Bordkarten, den Weg zur Skyvan freigegeben.

Der Sprung war, wie alle anderen des Tages, echt super und wir hatten eine riesen »Gaudi«. Gegen Abend wurde dann der Ober-Tower-Guru (OTG) kreativ. Die suspekte Skyvan schien ihm ein echtes Sicherheitsrisiko zu sein und so verordnete er, dass nur mehr mit offener Heckrampe geflogen werden darf – bei diesen Temperaturen eine sportliche Angelegenheit. Sobald wir nach dem Start hinter dem ersten Hügel verschwunden waren, haben wir die Heckrampe natürlich geschlossen. Der OTG war zu dieser Zeit wahrscheinlich schon wieder beim Vino rosso und so hat er es nie bemerkt. Noch später gegen Abend wurde er zum echten Kreativbündel. Nun verordnete er aus weiteren Sicherheitsgründen, dass nur mehr einzeln abgesprungen werden durfte. Wir haben uns natürlich daran gehalten und sind einzeln abgesprungen. Der Abstand zwischen den Springern betrug ca. 0,00257 Sekunden. Somit wurde die Vorschrift eingehalten und alle waren zufrieden, obgleich mit freiem Auge diese Einzelabgänge nicht zweifelsfrei als solche zu beurteilen waren.

Ganz spät gegen Abend gab es dann bei Helene, dem kleinen Fliegerstüberl am Flugplatzeingang, Pasta in allen Variationen (genau genommen in zwei Arten – super scharf und weniger aber immer noch genug scharf). Gefeiert wurde anschliessend bis spät in den Morgen hinein. Wir waren überhaupt nicht beleidigt, als am Sonntag das Wetter schlechter wurde. Mit so einem Brummschädel springen ist eher uncool.

Alles in allem ein gelungenes Wochenende. So viel gelacht haben wir schon lange nicht mehr. Hoffentlich beruhigt sich der OTG wieder, so dass im Frühjahr die Sache wiederholt werden kann.

Blue Sky H.A.