Varrelbusch 2001 - Bericht
Varrelbusch aus der Sicht des Neo-Kutschers

Am Montag früh morgens aufstehen in Leer, den Flieger zusammen-gepackt (7 Leute und ein Rasenmäher (selbstfahrend) und ca. 30 Taschen, Kisten etc.. was so alles zusammen kommt, wenn man mehrere Wochen unterwegs ist und dabei campt... Dann geht's auf nach Varrelbusch.

Dort eingetrudelt gibts erstmal Konfusion wer den nun für was zuständig ist,und was der Veranstalter macht. Dies  löst sich aber bald dadurch, da Wolf und Uschi das Manifest aufbauen und den Betrieb in bewährter PINK-Boogie-Manier selbst übernehmen.
11 Loads gehen noch am Montag, bei schönem, sommerlichen Wetter. Jede 5te Load geht nach Leer zum Tanken und von dort wird nach Varrelbusch zurück-gespungen (bei diesem Boogie kommt der Kutscher echt auf Kilometer) ... dieses nach Leer fliegen und dann wieder in Varrelbusch absetzen bringt auch leichte Konfusion mit Bremen Radar mit sich (die geben die Freigaben etc.), werd ich doch 2 mal höflich darauf hingewiesen, dass mein Absetzflugplatz schon 20 Meilen hinter mir liegt und ob ich denn nicht weiss wo ich hinfliege (auf die üblich effiziente deutsche Art !
Aber der Äther ist ja geduldig und schnell lassen sich solche Missverständnisse klären (-> die Controller sind echt busy da oben zu manchen Zeiten mit einem halben Dutzend Absetzmaschinen auf der Frequenz und da überhört man sowas schon mal..)
Also hin und her und bei der vorletzten Load dann auch eine Stunde warten in Leer wegen einem Gewitter, das sich über Varrelbusch erst einmal austoben muss.
Aber alles in allem setzen sich so ca. 50 hochzufriedene Springer und die PINK-Crew am Abend ans Lagerfeuer und "reflektieren" den Tag unter der stimmungsvollen Musikbegleitung von Viel-Lieb Bendixen, der eigens seine Ziehharmonika mitgebracht hat.

Dann geht's in die heia... das bedeutet für uns: Uschi, Wolf, Björn, Pedro und mich in die PINK.
So was hab ich seit der Landschulwoche nicht mehr erlebt.. Matratzenlager-feeling pur ... oder wie legt man 5 Leute kreuz und quer in einen Flieger und synchronisiert dann die Atmung und das Schnarchen auf den der als erster einpennt ? Und der arme Pedro war leider auch schon eine Stunde vorher schlafen gegangen und wurde dann etwas unsanft von uns (= Horde lärmender Springer/Piloten) aus dem Land der Träume gerissen.

Am nächsten Morgen kommt es dann: Bumm-bumm-bumm hämmert es um 07:45 Uhr an die Cockpittüre..
Als Kapitän bin ich auserkoren dem Störer den Garaus zu machen, aber ein Blick durchs Fenster zeigt zwei gestrenge Herren von der Bundeswehr !

"Dies ist jetzt ein Militärflugplatz !" werd ich im Komandoton begrüsst, als ich schlaftrunken in Shorts die Türe aufmache. "Sofort.. erst mal Schuhe" murmle ich zurück und ernte ein paar konsternierte Blicke !!
Ein paar Minuten später hat sich alles geregelt, die Herren von der BW sind gar nicht so ernst wie sie aussehen und einvernehmlich einigen wir uns, wie wir denn nun unseren Betrieb koordinieren, denn die wollen mit Transall Rundkappen absetzen . 50 an der Zahl bei jeder Load und ausserdem noch ein paar Freifaller. Wie funktioniert das nun ? Einfach, alle auf eine Frequenz denkt man.. doch weit gefehlt, haben die doch nur Heeres-Equipment und beim Heer da hat man's schwer... aber nach einiger Zeit gelingt es uns dann doch noch eine geeignete Frequenz zu finden... die PINK-Company-Frequenz ! Erst war es den Militaristen gar nicht recht, dass das Manifest bei ihnen mithören werden würde, aber im Geiste der guten Zusammenarbeit...
Blieb nur mehr die Frage nach dem Callsign am Funk. Wie alle Armeen auf dieser Welt, verwendet auch die Deutsche die üblich kreativen: BULLE ist der Heeres-Controller, RAVEN heißt die Trall und wir .. "nun wie nennt sich'n das?" hat er gefragt.. wir sind die PINK-Echo (Echo kommt vom Kennzeichen OE-FDE)

Funktioniert eigentlich ganz gut die Koordination (ist doch die Trall schon aus 15km Distanz leicht auszumachen) und wir setzen parallel ab.
Ist ein echt imposantes Schauspiel wenn so ein Riesenvogel in 300m Höhe über den Platz donnert und dann 20 Rundkappen am Himmel baumeln !
 
Als unser Sprungtag dann zur Neige geht, packen wir wieder unser Zeug (eben jene 7 Leute, einen Rasenmäher (fahrbar) und die 1000 Taschen in den Flieger und fliegen via Dermsdorf, wo wir kurz zum Tanken vorbeischauen nach Klatovy..

Und dort Eintreffen ist irgendwie wie heimkommen :)

CU, Phillip



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