Varrelbusch aus der Sicht des Neo-Kutschers
Am Montag früh morgens aufstehen in Leer, den Flieger
zusammen-gepackt (7 Leute und ein Rasenmäher (selbstfahrend) und ca. 30
Taschen, Kisten etc.. was so alles zusammen kommt, wenn man mehrere Wochen
unterwegs ist und dabei campt... Dann geht's auf nach Varrelbusch.
Dort eingetrudelt gibts erstmal Konfusion wer den nun für was zuständig
ist,und was der Veranstalter macht. Dies löst sich aber bald
dadurch, da Wolf und Uschi das Manifest aufbauen und den Betrieb in bewährter
PINK-Boogie-Manier selbst übernehmen.
11 Loads gehen noch am Montag, bei schönem, sommerlichen Wetter. Jede 5te Load
geht nach Leer zum Tanken und von dort wird nach Varrelbusch zurück-gespungen
(bei diesem Boogie kommt der Kutscher echt auf Kilometer) ... dieses nach Leer
fliegen und dann wieder in Varrelbusch absetzen bringt auch leichte Konfusion
mit Bremen Radar mit sich (die geben die Freigaben etc.), werd ich doch 2 mal
höflich darauf hingewiesen, dass mein Absetzflugplatz schon 20 Meilen hinter
mir liegt und ob ich denn nicht weiss wo ich hinfliege (auf die üblich
effiziente deutsche Art !
Aber der Äther ist ja geduldig und schnell lassen sich solche Missverständnisse
klären (-> die Controller sind echt busy da oben zu manchen Zeiten mit
einem halben Dutzend Absetzmaschinen auf der Frequenz und da überhört
man sowas schon mal..)
Also hin und her und bei der vorletzten Load dann auch eine Stunde warten in
Leer wegen einem Gewitter, das sich über Varrelbusch erst einmal
austoben muss.
Aber alles in allem setzen sich so ca. 50 hochzufriedene Springer und die PINK-Crew
am Abend ans Lagerfeuer und "reflektieren" den Tag unter der stimmungsvollen Musikbegleitung
von Viel-Lieb Bendixen, der eigens seine Ziehharmonika mitgebracht hat.
Dann geht's in die heia... das bedeutet für uns: Uschi,
Wolf, Björn, Pedro und mich in die PINK.
So was hab ich seit der Landschulwoche nicht mehr erlebt.. Matratzenlager-feeling
pur ... oder wie legt man 5 Leute kreuz und quer in einen Flieger und
synchronisiert dann die Atmung und das Schnarchen auf den der als erster
einpennt ? Und der arme Pedro war leider auch schon eine Stunde vorher
schlafen gegangen und wurde dann etwas unsanft von uns (= Horde lärmender
Springer/Piloten) aus dem Land der Träume gerissen.
Am nächsten Morgen kommt es dann: Bumm-bumm-bumm hämmert es um 07:45 Uhr an
die Cockpittüre..
Als Kapitän bin ich auserkoren dem Störer den Garaus zu machen, aber ein
Blick durchs Fenster zeigt zwei gestrenge Herren von der Bundeswehr !
"Dies ist jetzt ein Militärflugplatz !" werd ich im Komandoton begrüsst,
als ich schlaftrunken in Shorts die Türe aufmache. "Sofort.. erst mal
Schuhe" murmle ich zurück und ernte ein paar konsternierte Blicke !!
Ein paar Minuten später hat sich alles geregelt, die Herren von der BW sind
gar nicht so ernst wie sie aussehen und einvernehmlich einigen wir uns, wie
wir denn nun unseren Betrieb koordinieren, denn die wollen mit Transall
Rundkappen absetzen . 50 an der Zahl bei jeder Load und ausserdem noch ein
paar Freifaller. Wie funktioniert das nun ? Einfach, alle auf eine Frequenz
denkt man.. doch weit gefehlt, haben die doch nur Heeres-Equipment und beim
Heer da hat man's schwer... aber nach einiger Zeit gelingt es uns dann doch
noch eine geeignete Frequenz zu finden... die PINK-Company-Frequenz ! Erst war
es den Militaristen gar nicht recht, dass das Manifest bei ihnen mithören
werden würde, aber im Geiste der guten Zusammenarbeit...
Blieb nur mehr die Frage nach dem Callsign am Funk. Wie alle Armeen auf dieser
Welt, verwendet auch die Deutsche die üblich kreativen: BULLE ist der Heeres-Controller,
RAVEN heißt die Trall und wir .. "nun wie nennt sich'n das?" hat er
gefragt.. wir sind die PINK-Echo (Echo kommt vom Kennzeichen OE-FDE)
Funktioniert eigentlich ganz gut die Koordination (ist doch die Trall schon
aus 15km Distanz leicht auszumachen) und wir setzen parallel ab.
Ist ein echt imposantes Schauspiel wenn so ein Riesenvogel
in 300m Höhe über den Platz donnert und dann 20 Rundkappen am Himmel baumeln
!
Als unser Sprungtag dann zur Neige geht, packen wir wieder unser Zeug (eben
jene 7 Leute, einen Rasenmäher (fahrbar) und die 1000 Taschen in den Flieger
und fliegen via Dermsdorf, wo wir kurz zum Tanken vorbeischauen nach Klatovy..
Und dort Eintreffen ist irgendwie wie heimkommen :)
CU, Phillip
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