Dieses Jahr im Sommer sind wieder gut 50 Schüler durch unsere Schule in Klatovy gegangen. Das Ziel oder das Ende des sich Vornehmens ist die Prüfung zum Fallschirmspringer. Geschafft – fast alles gut – jetzt fehlt nur noch die Ausstellung der Lizenz und das ist eigentlich der erste Sprung ins kalte Wasser – bis zu diesem Zeitpunkt wird vom Lehrer das Beste getan, um seinen Schüler zu betreuen, seine Fehler zu egalisieren – und jetzt hat man die Fragen richtig beantwortet oder zumindest den notwendigen Grossteil davon und keiner ist mehr zuständig ausser man selbst. Was brauche ich jetzt noch um zum Schein zu kommen: ein Gutachten ? Welche Papiere ? Noch einmal eine ärztliche Untersuchung ? Wohin muss man das alles schicken ?
Das sind eigentlich nur nebensächliche Fragen, die wesentliche ist, was kann ich mit der Waffe Fallschirm- springerschein oder Lizenz, die mir jetzt geladen in die Hand gegeben wurde alles Böse und Gute tun ? Das Gute hat man schon gesehen: schöne Sprünge, lachende Gesichter, Spass und Freude. Das Böse: Gott sei Dank im Sommer in Klatovy nicht. Knapp 10000 Sprünge, keine einzige Verletzung, keine Gefährdung, keine Sach- schäden.
Aber die Waffe ist noch immer scharf geladen. Jederzeit könnte man sich einen 107er Stiletto umhängen und damit seine ersten Hook-Turn-Versuche vornehmen. Kaum ein Schüler hat gelernt, was ein Hook-Turn ist – wie soll er ihn da richtig angehen oder vermeiden ?
Hier appelliere ich an den vernünftigen Menschenverstand, den Jung- (aber auch Alt-)Fallschirmspringer möglicherweise haben. Möglicherweise ist die Schulung desselben aber auch zu kurz gekommen. Nur weil Dir keiner gesagt hat oder Du Dich nicht erinnern kannst, dass es Dir jemand gesagt hätte, heisst das noch nicht, dass Du Dich nicht um Zulassungsvorschriften, Haftpflichtversicherung oder Packfristen, den Absetzpunkt, die Separation zu anderen Springern aber auch Flugzeugen, sowohl im Freifall als auch am Schirm oder darum kümmern musst die Bräuche und Vorschriften am jeweiligen Flugplatz einzuhalten. Genauso zählt zumindest die Kenntnis, aber auch der Versuch der Einhaltung der Sichtflugwetterbedingungen zu Deinem Verantwortungs- bereich. Unwissenheit schützt vor Folgen nicht !
Plötzlich ist kein Lehrer mehr da. Manch Sprungdienstleiter übernimmt Aufgaben - oder auch nicht - auch die Luftaufsicht kann sich wichtig machen. Die Verantwortung für Dein Tun und Lassen wird im Fall des Falles letztendlich aber immer bei Dir liegen.
In diesem Sinne: Wenn Du Dich nicht auf Dich selbst verlässt, bist Du manchmal verlassen ! Und das gilt nicht nur für Neulinge, sondern auch für die alten Hasen.
Thomas
Springen aus der Pink Skyvan * Tandemspringen und Fallschirmausbildung * Ballonfahren * Skystunts.com * e-mail an office@pink.at