FALLSCHIRMSPRINGER ÜBER DEM WEISSENSEE (2.Fassung)
Etwas skeptisch bin ich schon, als mich Silvi fragt , ob ich mit ihr zum Weissensee-Boogie
kommen wollte. Die Wettervorhersage ist ja alles andere als ermutigend. Trotzdem fahr ich
halt mit, dann kommen wir vielleicht dazu, ein wenig zu tratschen, denk ich. Schließlich
sehen wir Schwestern uns auch nicht gerade jeden Tag ... Und ich war ja auch schon lang
nicht mehr mit bei einem Fallschirmspringer-Event, weil ich doch selbst nicht springe.
Nun, wir verlassen Wien bei wunderschönem Sternenhimmel (wie immer ist's später, als
vorgesehen) und rollen gemütlich Richtung Kärnten.
Freitag morgens: ein strahlend blauer Himmel wölbt sich über dem Weissensee. Wir pilgern
zum Frühstück.
Die ersten Fallschirmspringer sind schon angekommen - eine Gruppe aus Köln ist bereits
ganz begierig darauf, aus der Caravan zu springen. Doch leider kann die Maschine erst am
Samstag früh hier sein. Unsere Cessna 185 ist in Trieben eingeschneit, das Wetter dort
ist miserabel, wie uns Robert mitteilt, es ist unmöglich für ihn, wegzukommen. Also
geht's erst einmal heftig ans Telefonieren. Silvi organisiert eine 182er aus Klagenfurt,
die einzige nicht mit Schnee zugeschaufelte Maschine in unserem Nahbereich. Und die kommt
dann auch recht rasch, beladen mit vier Springern, die sich mit uns über das perfekte
Timing freuen.
In der Zwischenzeit haben wir Kontakt mit dem Eismeister Norbert Jank aufgenommen, die
Piste besichtigt, die er uns auf dem vereisten See ausgefräst hat, und uns mit dem Auto
auf dem See postiert. Kurz darauf sind Walter Unterassinger und Barbara bei uns, ein
Kompressor wird für die Stromversorgung des Manifests auf dem Eis plaziert - und da sind
auch schon die Fallschirmspringer aus Klagenfurt.
Wechselweise startet die Maschine mit Tandems und mit Fallschirmspringern - die Sonne
meint es gut mit uns - und alle sind zufrieden.
Am nächsten Morgen Kontakt mit der Caravan - wird sie bei dem grauslichen Wetter, das
rundum herrscht, überhaupt von Hohenems starten können? Doch ja, sie kommt, Alex und
Reinhard fliegen sie selbst. Und knapp nach 11 ist die erste Load in der Luft. Heute
können wir uns über zuwenig Zuschauer nicht beklagen, wir haben teilweise Mühe, sie von
der Piste fernzuhalten. Wir scheinen uns auf einer "Insel der Seeligen" zu
befinden, was das Wetter betrifft. Leider haben die schlechten Straßenverhältnisse im
Norden viele Springer davon abgehalten, zum Weissensee zu kommen. Diejenigen, die hier
sind, haben allerdings viel Spaß, vor allem bei "Schlittschuh"-Landungen auf
der Eisfläche gibt es immer wieder Gelächter.
Nachmittags kommt ein Hubschrauber von Heli-Knauss, um Rundflüge zu machen.
Abends senkt sich die Wolkendecke allerdings auch kurz auf den Weissensee, aber vor dem
Schlafengehen ist der Himmel wieder klar.
Der Samstagabend bringt uns eine Party, organisiert von Christian Ley, mit Mike Sholtom,
einem Saxophonspieler aus Holland, der uns so richtig einheizt.
Sonntagmorgen: der Weissensee verschwindet im Nebel. Wir sitzen beim Frühstück und
hoffen, daß er sich bald hebt (der Nebel). Und wirklich - der Himmel hat ein Einsehen mit
uns und gegen ½ 12 kann die Maschine starten, hinein in einen strahlenden Wintertag.
Die Besuchermassen sind heute noch größer als am Samstag, es ist nicht immer einfach,
die Menge zu beaufsichtigen, die sich um das Flugzeug drängt, kaum daß es einmal steht.
Wir haben wieder jede Menge Tandems und alle Springer genießen ein paar Mal den
Weissensee von oben.
Nachmittags wird es dann ziemlich kühl, nach einem letzten Tankstop verläßt uns die
Caravan in Richtung Hohenems und "verliert" dabei noch ein Tandem und einige
Springer. Wir räumen auf, schließen das Manifest. Gerade rechtzeitig. Denn nun ziehen
auch am Weissensee die Wolken ein, die schon seit Tagen in der näheren und weiteren
Umgebung für Schlechtwetter gesorgt haben.
Wir sind froh, aus den jetzt doch schon nassen Schuhen rauszukommen. Zufrieden damit, daß
der Boogie stattfinden konnte, fahren wir - ohne das erwartete Verkehrschaos - wieder nach
Hause.
Schade nur, daß nicht mehr von Euch mit uns diese sonnigen Tage in Kärnten verbracht
haben!
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